Kommentar

Die Quote wirkt

Matthias Kros über den Aufsichtsrat der SAP

Na bitte, es läuft doch. Nachdem 2016 eine verbindliche Frauenquote in den Aufsichtsräten börsennotierter Aktiengesellschaften eingeführt wurde, geht es in den Kontrollgremien deutlich weiblicher zu. Der Walldorfer Softwarekonzern SAP hat nun als vielleicht erster Konzern in Deutschland sogar eine ausgeglichene Besetzung. Andere dürften diesem Beispiel folgen.

Damit das Ganze aber auch wirklich etwas bringt, muss sich nun auch eine inhaltliche Wirkung ergeben, zum Beispiel dass sich die Voraussetzungen für Frauen in den Unternehmen verbessern, Karriere zu machen, Führungskräfte zu werden und Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bekommen. Hier hat die SAP zwar ebenfalls aufhorchen lassen und Ende 2018 angekündigt, Lohnungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen systematisch zu beseitigen. Auf der Führungsebene lag der Frauenanteil im vergangenen Jahr aber immer noch nur bei schlappen 26 Prozent.

Am Ziel ist somit auch die SAP mit ihrem gerecht besetzten Aufsichtsrat noch nicht angekommen. Die Quote ist aber dennoch ein richtiger Schritt gewesen, denn sie hat die bestehenden Ungerechtigkeiten in vielen Unternehmen erst bewusst gemacht. Für schnelle und durchgreifende Effekte auf die Belegschaft muss man aber wohl noch einen Schritt weitergehen. Dafür bräuchte es die Quote auch auf der Vorstandsebene.

 
Zum Thema