Kommentar

Auf Talente setzen

Peter W. Ragge zur Personalauswahl für den Rosengarten

Offiziell hat die Stadt Mannheim bereits seit 2011 eine Talent- und Fachkräftestrategie. Man will „Talente überdurchschnittlich gewinnen, entwickeln und halten“, heißt es in dem Papier als Zusammenfassung von ganz viel Soziologendeutsch und Verwaltungschinesisch.

In der Praxis müsste das bedeuten: Wenn es irgendwo junge Leute gibt, die gut sind, tut man alles, um sie zu halten.

Aber obwohl das „strategisches Ziel“ ist, hat das zuletzt öfter nicht geklappt. Viele erfolgversprechenden jungen Mitarbeiter sind abgewandert, auf Führungspositionen in benachbarten Städten oder gar als Bürgermeister in kleineren Kommunen. Dafür hat die Stadt Mannheim ihre eigens eingeführten „Potenzialanalysen“ vor der Besetzung von neuen Funktionen so auf die Spitze getrieben, dass ein teurer, aufwendiger Formalismus entstand. Und im Endeffekt wurden als Fachbereichsleiter oder Geschäftsführer städtischer Gesellschaften häufig Leute von auswärts geholt – was sich leider nicht immer bewährte.

Zum Glück ist man beim Rosengarten jetzt mal einen anderen Weg gegangen. Der neue alleinige Geschäftsführer konnte lange in seine Position hineinwachsen. Er kennt Haus wie auch Stadt bestens und hat längst gezeigt, was er alles kann, dass er Kunden zu gewinnen und zu halten vermag. Auch bei den beiden neuen Prokuristen setzt man nun auf junge Talente aus dem Haus. Manchmal klappt es also doch mit der „Talentstrategie“.