Kommentar

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Archivartikel

Bettina Eschbacher zum Wandel in der Arbeitswelt

Fitnesskurs statt Geschäftsauto, flexible Arbeitszeiten statt Gehaltserhöhung – Arbeitgeber müssen sich längst mehr als nur materielle Extras einfallen lassen, um Fachkräfte anzulocken. Natürlich wollen die meisten Arbeitnehmer nach wie vor einen gut bezahlten und möglichst sicheren Job. Aber das reicht vielen von ihnen nicht.

Junge Bewerber fragen öfter im Bewerbungsgespräch nach, wie es denn in der Firma um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stehe. Oder ob sie mit 80 statt mit 100 Prozent Arbeitszeit einsteigen könnten. Und für so manchen langgedienten, aber ausgelaugten Mitarbeiter ist ein Sabbatical, also eine längere Auszeit, ein motivierenderes Ziel als ein üppiger Bonus. In der deutschen Arbeitswelt hat sich bei vielen Menschen die Gewichtung verschoben, viele wollen sich nicht nur für die Firma aufopfern, sondern eine Balance zwischen Arbeit und Privatleben finden.

Und mit diesem Wunsch und den Forderungen, die früher von Chefs wohl nur belächelt worden wären, haben sie jetzt gute Chancen durchzukommen. Denn der Fachkräftemangel zwingt die Unternehmen dazu, sich als möglichst attraktiver Arbeitgeber zu profilieren. Dazu gehören auch Angebote im Bereich Gesundheit. Die bringen im besten Fall dem Mitarbeiter nicht nur ein verbilligtes Fitnessstudioabo ein, sondern belegen auch, dass die Firma ihre Verantwortung für die Belegschaft ernst nimmt.

 
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