Kommentar

Aller guten Dinge sind fünf

Jan Kotulla über den Beginn der Formel-1-Saison

Die Formel 1 ist geprägt von Höchstleistungen. Zahlen und Daten sind die oberste Währung im hoch technisierten Renn-Zirkus. Dennoch spielen Aberglaube und Rituale eine ebenso große Rolle. In dieser Saison könnten sich beide Welten vereinen. Der Zahl Fünf käme dabei eine besondere Bedeutung zu.

Erstmals seit fünf Jahren gehen die 20 Fahrer mit veränderten Vorzeichen in die 21 Rennen. Bislang war Mercedes das Maß der Dinge. Vor allem Lewis Hamilton fuhr, auch dank überragender Technik, die Konkurrenz förmlich in Grund und Boden. Allem Anschein nach hat Ferrari für diese Saison seine Hausaufgaben gründlich gemacht. Sebastian Vettel und sein neuer Teamkollege Charles Leclerc haben bei den Tests Ausrufezeichen gesetzt. Ausdauer, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit – alles Attribute, die bislang die Silberpfeile symbolisierten – scheint nun die Scuderia für sich gepachtet zu haben. Dort steht Vettel seit nunmehr fünf Jahren unter Vertrag – und unter Druck. Die Durststrecke der Italiener dauert seit 2007. Damals holte Kimi Räikkönen letztmals den Fahrertitel nach Maranello.

Vettels großes Vorbild, sein Freund und Mentor Michael Schumacher hatte ebenfalls fünf Jahre benötigt, ehe er mit seinen WM-Titeln drei bis sieben die Königsklasse fast nach Belieben dominierte. Sollte es Ferrari in diesem Jahr gelingen, dank des besseren Verständnisses für die zahlreichen technischen Änderungen, seinen Vorsprung auf die Konkurrenz zu halten, ist alles möglich. Zumal nun zusätzlich 21 Punkte für die schnellste Rennrunde zu holen sind.

Ein Einfall von Rechte-Inhaber Liberty Media, um die Attraktivität der Serie weiter zu steigern. Den Fans in Deutschland und den Nachbarstaaten würden die US-Amerikaner mit einem langfristigen Vertrag für den Hockenheimring noch mehr Freude bereiten. Der bestehende Vertrag läuft nach fünf Jahren mit dem Deutschland-Grand-Prix aus.

Übrigens, Vettels Startnummer ist die Fünf – aber wer wird schon abergläubisch sein . . .

Zum Thema