Kommentar

Airbus als Vorbild

Wolfgang Mulke zur Konkurrenz für europäi-sche Autofirmen

 

Bei aller Kritik an der Autoindustrie: Die Branche ist der größte industrielle Arbeitgeber in Deutschland und für den Erhalt des Wohlstands enorm wichtig. Daher ist eine Trennung der vielen Skandale rund um Diesel, Tierversuche oder Bespitzelungen von einer nüchternen wirtschaftlichen Betrachtung der Branche notwendig.

Hier schlagen Experten seit einiger Zeit Alarm, weil das Herz der künftigen Fahrzeugproduktion bald im fernöstlichen Ausland schlagen könnte. Es geht um die Entwicklung und Fertigung der für die Elektromobilität notwendigen Batterien. Bisher ist die Produktion fast ausschließlich Sache asiatischer Unternehmen. Den hiesigen Autobauern erscheint das finanzielle Risiko zu hoch, eigene Fabriken einzurichten. Diese Scheu ist aus Sicht der einzelnen Unternehmen verständlich. Daher sind andere Lösungen gefragt.

Vorschläge für eine europäische Batteriefabrik liegen schon auf dem Tisch. Denn die Autoländer im Süden und Osten Europas stehen vor demselben Problem. Ohne Subventionen wird der Aufbau einer umfangreichen Fertigungs- und vor allem Forschungsinfrastruktur kaum gelingen. Doch der Einsatz ist besser als eine drohende Abhängigkeit von anderen Industrieregionen dieser Welt. Es gibt auch ein damals umstrittenes, heute als erfolgreich anzusehendes Beispiel für eine solche europäische Kooperation. Der Aufbau des Flugzeugbauers Airbus hat den Steuerzahler zunächst viel Geld gekostet. Am Ende stand der Erhalt der europäischen Luftfahrt. Und es gibt neben den amerikanischen Boeing-Werken einen starken globalen Wettbewerber.