Kommentar

Überzogene Preise

Rolf Obertreis über das BGH-Urteil zu Bankgebühren

 

Es mutet mitunter schon merkwürdig an. Gerade Vertreter von Volksbanken und Sparkassen monieren nicht selten das Treiben von Großbanken. Und oft sind sie es, die angesichts der genossenschaftlichen Struktur und der kommunalen Trägerschaft ausdrücklich die Nähe zu und die Verantwortung gegenüber ihren Kunden loben - gleichzeitig aber an der Gebührenschraube drehen oder Privatkunden Minuszinsen aufdrücken. Und sich dadurch heftige Kritik gefallen lassen müssen.

Da verdoppelt eine Volksbank den Preis für Buchungsposten von 30 auf 60 Cent, ohne die Kunden zu informieren. Da kassiert eine Sparkasse zehn Cent für jede Autorisierungs-SMS für eine Überweisung, auch wenn die nicht durchgeführt wird. Der Bundesgerichtshof hat sie vor wenigen Wochen zurechtgewiesen und diese Praxis untersagt.

Eine andere Sparkasse berechnet fünf Euro für eine Benachrichtigung des Kunden per Post über die berechtigte Ablehnung einer Lastschrift. Das Porto liegt bei 70 Cent. Die Schutzgemeinschaft für Bankkunden klagt. Die Bundesrichter haben ihr jetzt Recht gegeben: Völlig überzogen sei dieser Preis. Auch weitere vier saftige Gebühren haben die Richter kassiert. Kunden können Geld zurückfordern. Viel bedenklicher als die Kosten ist der Imageschaden für die Sparkassen. Abzocke und Sparkassen - das sollte sich eigentlich ausschließen.

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