Kino

Zwei ungleiche Helden

Archivartikel

"Killer's Bodyguard": Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson sind auf der Flucht

Sie sind fast 30 Jahre auseinander, haben auch sonst nicht allzu viel gemein: Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson. Auch im Kino nun zeigen sich die beiden als ungleiches Paar: Reynolds gibt in "Killer's Bodyguard" einen so renommierten wie smarten und meist gut angezogenen Bodyguard. Jackson einen zwielichtigen und brutalen Auftragsmörder.

Unter der Regie von Patrick Hughes ("The Expendables 3") müssen der Killer und der Bodyguard erkennen, dass sie mehr gemeinsam haben als ihnen lieb ist. Er hat schon unzählige Klienten bewacht und vor Attentätern gerettet. Auf diesen einen, sehr besonderen Kunden aber würde Michael Bryce (Reynolds) lieber verzichten: Schon 27 Mal hat Kincaid (Jackson) versucht, Bryce umzubringen. Und nun soll er dafür sorgen, dass ausgerechnet dieser Kincaid lebendig zum Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gelangt. Dort soll Kincaid gegen einen weißrussischen Despoten (Gary Oldman) aussagen.

Zwar gilt Bryce als einer der besten Personenschützer der Welt, dieser Auftrag aber ist ein in mehrfacher Hinsicht komplizierter: Nicht nur, dass er Kincaid, diesen so fiesen wie humorvollen Auftragsmörder, partout nicht ausstehen kann, den beiden sind auch hochgefährliche Söldner auf den Fersen. Die Flucht von London jedenfalls in die Niederlande soll alles andere als leicht werden für das ungleiche, in treuer Feindschaft miteinander verbundene Duo.

Mit viel Humor

Es gibt viele Actionstreifen, die darunter leiden, dass sie sich zu ernst nehmen. "Killer's Bodyguard" fällt nicht in diese Kategorie. Dafür sorgt vor allem das wunderbare, stets augenzwinkernde Spiel der Hauptdarsteller. Reynolds und Jackson tragen viel Humor in einen phasenweise arg konventionell angelegten Thriller. Sie sorgen sogar für einen Hauch von Romantik. Wenn die beiden sich in ihrem Fluchtauto über die Liebe (beide brennen für dunkelhaarige Schönheiten, eine davon verkörpert von Salma Hayek) austauschen, über die Fallstricke des Lebens und darüber, was sie eint und trennt, dann entsteht tatsächlich so etwas wie Intimität.

Dazu kommen wunderbar alberne Szenen, die das über weite Strecken Testosteron-geschwängerte Geschehen konterkarieren: eine skurrile Pinkelpause, zwei Männer inmitten einer Kuhherde, schließlich eine Sequenz, die Reynolds und Jackson in einem Bus voller Nonnen zeigt. Jacksons Kincaid versteht sich bestens mit den Ordensfrauen; ein Killer wohlgemerkt, der 250 Menschen auf dem Gewissen hat. Überhaupt gelingt es dem Film, Genrekonventionen in Sachen Gut und Böse ad absurdum zu führen. Kincaid, so erfahren wir sukzessive, ist mehr als nur der kaltblütige Mörder.

Auch die musikalische Begleitung trägt zur schwungvollen und dabei stets selbstironischen Inszenierung bei. Im Film zu hören sind Stücke von Foreigner, Lionel Richie oder Chuck Berry. Noch eindringlicher im Film ist nur das Lachen von Samuel L. Jackson.