Kino

Kleiner Drache auf großer Leinwand

„Tabaluga – Der Film“: Yvonne Catterfeld, Michael Bully Herbig und andere leihen den Animationsfiguren ihre Stimmen

Wie beliebt die Figur des kleinen Drachen ist, zeigt sich auch daran, dass es längst nach Tabaluga benannte Kindergärten gibt. Los freilich ging die Erfolgsgeschichte des Feuerspuckers bereits 1983 – dem Jahr, in dem Tabaluga auf einem Konzeptalbum des Rocksängers Peter Maffay erstmals in Erscheinung trat. Auf „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“ folgten weitere Alben mit dem kleinen Drachen. Bekannt ist Tabaluga auch durch das nach ihm benannte Musical. Die possierliche Märchenfigur fungiert zudem als Held einer, in vielen Ländern dieser Erde ausgestrahlten TV-Serie. Nun kommt ein Kinofilm in die Lichtspielhäuser.

Der animierte Streifen von 85 Minuten Länge, entstanden unter der Ägide von Regisseur Sven Unterwaldt („Otto’s Eleven“), erzählt von Tabalugas Suche nach seinem Feuer. Yvonne Catterfeld, Michael Bully Herbig und andere leihen den Animationsfiguren ihre Stimmen. Tabaluga ist höchst unglücklich: „Ich kann nicht richtig fliegen, ich kann kein Feuer spucken!“ Wie soll er sich da als rechter Drache fühlen? Da kann sein Umfeld noch so idyllisch sein, seine Freunde noch so verständnisvoll: Tabaluga will es endlich wissen.

Und vielleicht kann dem Grünling ja der Hinkelstein ein Wegweiser sein, auf dem Tabalugas Mutter kurz vor ihrem Tod eine Nachricht hinterließ: Etwas mit „Feuer“ steht dort geschrieben, und auch das Wort „Eisland“ lässt sich noch lesen. Also macht Tabaluga sich zusammen mit seinen Kumpanen auf in das düstere, hinter einer grauen Riesenwolke liegende Land der Eisländer. Dort waltet ein fieser Schneemann namens Arktos (die Stimme von Heinz Hoenig): schwarze Handschuhe, ein schwarzer Zylinder, dazu schwarze Zähne; nur die keck gen Himmel ragende Karottennase verleiht dem kaltherzigen Kerl ein wenig Charme.

Vor allem auf visueller Ebene kann der Streifen punkten. In das weiche Fell des naiven Eisbären (gesprochen von Rick Kavanian) etwa, dem Tabaluga in Eisland begegnet, möchte man sich glatt reinlegen. Immer wieder wartet der Film mit hübschen Ideen auf: So dem Moment, da sich der knallrote Käfer in der nicht minder roten Nase des Eisbären zu verstecken sucht. Wie so viele ähnlich gelagerte Familienfilme wirbt auch „Tabaluga“ um Verständnis für Andersartigkeit: Eigentlich, das wird im Verlauf den Grünländern immer klarer, sind auch die vermeintlich bösen Eisländer ganz nett.

Peter Maffay-Fans indes müssen ziemlich lange darben; erst kurz vor Schluss ist die prägnante Stimme des gebürtigen Rumänen zu vernehmen. Für die vielen, auch älteren Tabaluga-Fans ist das Leinwand-Abenteuer des Drachen wohl eh ein Muss; manch jüngerer Filmbesucher derweil dürfte im Anschluss an den (ohne Altersbeschränkung und sowohl in 2D als auch 3D in die Kinos gelangenden) Film das starke Bedürfnis verspüren, sich noch auf die ein oder andere Art und Weise mit dem putzigen Feuerpuster vertraut zu machen.