Kino

Al Gore schlägt wieder Alarm

"Noch immer eine unbequeme Wahrheit - die Zeit läuft": Politiker knüpft an Umwelt-Doku an

Gletscher schrumpfen immer schneller, Städte versinken im Hochwasser, riesige Flammenwände, die sich durch Provinzen fressen: In seiner neuen Klimaschutz-Dokumentation schlägt der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore erneut Alarm. "Die Zeit drängt", warnt der Politiker und Umweltschützer darin.

Der Film ist die Fortsetzung der 2007 mit einem Oscar ausgezeichneten Doku "Eine unbequeme Wahrheit". Nun bereist Gore erneut die Welt, um festzuhalten, was seitdem im Kampf gegen die Erderwärmung erreicht wurde. Und das ist noch immer erschreckend wenig.

"Noch immer eine unbequeme Wahrheit - Die Zeit läuft" (im Original: An Inconvenient Sequel: Truth to Power) gleicht formal seinem Vorgänger, doch in seiner Botschaft schwingt etwas mehr Hoffnung mit. Heute gäbe es Lösungen, um die Klimakrise zu beenden, erklärt der 69-Jährige in dem Film. Unsere Gesellschaft könne auf neue Technologien zurückgreifen. Als Beispiel führt Gore die texanische Stadt Georgetown an, in der die Einwohner ihren Strom komplett aus Wind- und Solarenergie beziehen. Auf seiner ersten Reise wurde Al Gore von Davis Guggenheim begleitet. Diesmal haften ihm die Filmemacher Jon Shenk und Bonni Cohen an seinen Versen.

Dieses Mal aber stehen weniger die Fakten und Folgen der Erderwärmung im Vordergrund, die ja weitgehend bekannt sind. Der Film fokussiert mehr auf die politische Dimension des Kampfes, dem sich der Politiker und Friedensnobelpreisträger verschrieben hat.

Und so folgen Shenk und Cohen dem charismatischen Aktivisten durch Metropolen und Provinzen, bei denen er die Menschen bei Vortragsreihen und auf der Straße von seinem Kampf überzeugen will. Dabei blicken die Regisseure auch hinter die Kulissen der im Dezember 2015 organisierten Weltklimakonferenz in Paris.