Kino

Der neue Film Til Schweiger inszeniert „Klassentreffen 1.0 – Die unglaubliche Reise der Silberrücken“ und spielt dabei erneut eine Hauptrolle

Älter zwar, aber immer noch oho

Archivartikel

Til Schweigers neuer Film basiert auf einer skandinavischen Vorlage. Die Komödie „Klassefesten“ und ihre beiden Fortsetzungen avancierten in Dänemark zum Kassenschlager und wurden bereits in Finnland und Estland neu aufgelegt. Von der Geschichte besonders angesprochen dürften sich Herren um die 50 fühlen, die den Fernseher zunehmend lauter drehen und die Arme beim Lesen weiter ausstrecken müssen – und mal wieder Spaß haben wollen.

Eines Tages flattert sie in den Briefkasten, die Einladung zum Klassentreffen. Schwer zu glaubende 30 Jahre sind wie im Fluge vergangen, seit Nils (Samuel Finzi), Andreas (Milan Peschel) und Thomas (Til Schweiger) unterschiedliche Lebenswege beschritten haben, aber beste Freunde geblieben sind.

Jeder der Jungs kämpft mit einem anderen Beziehungsstatus. Andreas ist frisch geschieden, Nils halbwegs glücklich verheiratet und Thomas, ein prominenter DJ, glaubt nach einem ausschweifenden Leben endlich die Richtige gefunden zu haben. Dass zu Linda (Stefanie Stapppenbeck) auch die resolute Teenager-Tochter Lili (Lilli Schweiger) gehört, stört ihn eigentlich nicht im Geringsten. Einzig der Entschluss der 17-Jährigen, ihn als Anstandswauwau zur Feier zu begleiten, passt nicht so recht in Thomas’ Plan.

Das Männer-Trio wollte es doch bereits im Vorfeld des Treffens richtig krachen lassen! Das erste Haus am Platz ist gerade gut genug für erhoffte amouröse Abenteuer, doch bereits die Anreise gerät zum Fiasko. Ein böses, aber stimmiges Omen für die kommenden, turbulenten Stunden. Optisch und musikalisch fügt sich „Die unglaubliche Reise der Silberrücken“ passgenau in Til Schweigers Filmuniversum ein. Aber wo in „Honig im Kopf“ der Zeiger stärker in Richtung Emotionen ausschlug, ist diesmal naturgemäß der Humor am Zug. Und der, das weiß man, fällt bei dem Hamburger Filmemacher gern mal etwas derber aus.

Hoher Widererkennungswert

Da dies aber genügend Zeitgenossen nun mal mögen, muss man sich um mangelnden Publikumszuspruch wohl keine Sorgen machen. Zumal das sympathische Protagonisten-Trio bestens funktioniert und seine Befindlichkeiten für die Zielgruppe von schmerzhaft hohem Wiedererkennungswert sind.