Käfertal

Käfertal Mit Beginn der Kulturhaus-Sanierung ist die Verwaltung nach Franklin umgezogen / Ute Mocker befürchtet Einnahmeausfälle

„Wir hoffen, dass das Geld reicht“

Archivartikel

Mit Beginn der Sanierungsarbeiten in den Clubräumen des Kulturhauses ist auch das Verwaltungsbüro umgezogen. Ab sofort findet man die Kulturhauschefin Ute Mocker und ihren Stellvertreter Bernd Eisen in einem Trakt der ehemaligen Elementary School auf Franklin. Hier sind seit April auch die Jugendkulturprojekte untergebracht. In der Reihe „Käfertaler Sommer“ dient das neue HeARTbeat Studio im Wechsel mit dem Stempelpark als Kulisse für Konzerte. Am 9. September ist hier der Abschluss der Ferienworkshops.

Aber auch die angemieteten Räume in dem 1200 Quadratmeter großen Trakt werden schon eifrig genutzt. Der Harmonika-Club Rheingold probt regelmäßig hier, die Adventisten nutzen einen eigenen Raum, die chinesische Tanzgruppe und die Linedancer üben im Tanzraum mit großem Spiegel, die Mannheimer Philharmoniker gehen zum Proben in die Turnhalle, und seit dieser Woche wollen auch die Rosakehlchen auf Franklin proben.

Bis zum Juni 2019 dienen die Räume der ehemaligen US-Grundschule der Interessengemeinschaft Käfertaler Vereine als Ausweichquartiert. So lange läuft der Mietvertrag mit der MWS Projektentwicklungsgesellschaft. Die Sanierung des Kulturhauses soll bis Oktober 2019 abgeschlossen sein. „Ich hoffe, dass wir bis September hier bleiben dürfen“, meint Ute Mocker.

Viele Aktivitäten vor Ort

Es herrscht reger Betrieb dort draußen. Die evangelische und katholische Kirche in Käfertal nutzen schon seit letztem Jahr einen gemeinsamen Raum im Nachbartrakt. Der Gehörlosenverein ist vor Ort, der Verein Globales Lernen, der Migrationsbeirat, und auch die Newwlfezza halten regelmäßig ihre Probestunden ab. Zurzeit prüfen der Fachbereich Bildung und die BBS Bau- und Betriebsservice GmbH, ob man einen Teil der ehemaligen Unterrichtsräume als Zwischenlösung nutzen kann, bis in vier Jahren der geplante Neubau der vierzügigen Ganztagsgrundschule steht.

Die Anmietung der Räume durch die IG Käfertaler Vereine kostet natürlich Geld. „Bei einer ersten Abrechnung im April lagen wir schon bei 17 000 Euro Kosten“, berichtet Ute Mocker. Für die Gesamtzeit der Kulturhaussanierung hat der Gemeinderat einen Zuschuss für Kostenerstattung in Höhe von 100 000 Euro im Haushalt bewilligt. Dieser Betrag soll neben dem Ausgleich für entgangene Einnahmen aus Vermietungen die Kosten für Personal, Raummiete, Strom, Telefon und anderes decken. „Wir hoffen, dass das Geld reicht“, so Mocker.

Die Weihnachts- und Fasnachtsveranstaltungen können noch im Kulturhaus stattfinden. Sorge bereitet Ute Mocker der Zeitraum von März bis Oktober, wenn das Eingangsfoyer, der Thekenbereich und der Saal saniert werden. „Das wird ein hartes halbes Jahr für uns“, befürchtet sie. Denn trotz aller Bemühungen ist es bislang nicht gelungen, einen adäquaten Ersatz für den Saal zu finden. Infrage käme etwa das Katholische Gemeinde- und DJK-Sportzentrum, doch dieses wird laut Mocker von vielen Sportlern genutzt. Betroffen wären auch Prüfungen der IHK und der Dualen Hochschule. „Denen können wir zurzeit kein Angebot machen“, so Mocker.

Das Problem ist, dass am Ersatzstandort auf Franklin keine Veranstaltungen über 200 Besuchern stattfinden dürfen und auch nur Kultur- und Bildungsveranstaltungen, die dem Vereinszweck entsprechen. Vereine dürfen zwar Konzerte geben, aber Jubilarfeiern sind nicht gestattet. Auch kommerzielle Dinge sind untersagt. Gewinne müssten an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben abgegeben werden.

Der Vorstand muss sich nach anderen Einnahmequellen umsehen. „Wir schauen, dass wir möglichst viele Projekte machen, um entsprechende Mittel zu werben“, sagt Ute Mocker. So laufen die Anträge für das nächste Refugee-Camp bereits. Neu ist das Projekt „Rapsciety – the Return of the Poems“, mit dem soziale Kompetenzen und Teamarbeit an Schulen gestärkt werden sollen. Das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Forschung stellt hierfür einen jährlichen Betrag von 25 000 Euro zur Verfügung. Auch um den Fuchs-Förderpreis hat sich das Kulturhaus wieder beworben.