Käfertal

Käfertal Vorstand der Interessengemeinschaft und Mitgliedsvereine suchen gemeinsamen Kurs

Austritte nach Beitragserhöhung

Archivartikel

„Es würde helfen, wenn wir noch andere Vereine hier rein bekämen“ – nach Einschätzung von Kulturhaus-Chefin Ute Mocker sind am Zwischenstandort in einem Gebäudetrakt der ehemaligen Elementary School noch längst nicht allesKapazitäten erschöpft. Doch es kriselt in der Interessengemeinschaft Käfertaler Vereine. Bei der Jahreshauptversammlung im Mai sah sich der Vorstand zu einer Beitragserhöhung veranlasst, die mehrheitlich beschlossen wurde. Seitdem sind drei Vereine ausgetreten.

Bei der Beitragserhöhung ging es unter anderem um die Umlage für den Neujahrsempfang. Diese ist nun im Mitgliedsbeitrag enthalten. Auch eine dritte Preisstufe für Vereine mit mehr als 500 Mitgliedern wurde eingeführt. Gemäß dieser Staffelung zahlen die Mitgliedsvereine im neuen Abrechnungszeitraum je nach Größe künftig 80, 120 oder 150 Euro Jahresbeitrag. Seit Mai sind drei Vereine ausgetreten, unter anderem der Stadtfeuerwehrverband. Der ASB hat mit Hinweis auf „fehlenden unmittelbaren Bezug“ gekündigt. Bereits im vergangenen Jahr waren der Hundesportverein und der „Kreis für natürliches Leben“ ausgetreten.

Nachlassendes Interesse

„Das kommt ja immer wieder mal vor“, sagt Ute Mocker auf Nachfrage dieser Zeitung. Allerdings beobachte der Vorstand schon seit einigen Jahren ein nachlassendes Interesse von Vereinen, sich an Aktionen, Festen oder ähnlichem zu beteiligen. „Letztendlich sind es immer dieselben zehn bis zwölf Vereine, die tatsächlich noch zu Veranstaltungen kommen“, stellt Mocker fest. Das seien dann im Wesentlichen auch diejenigen, die das Kulturhaus regelmäßig nutzten. Mit einem Fragebogen will der Vorstand nun ermitteln, was die Vereine von der IG erwarten. In der internen Diskussion wünschten sich Vereinsvertreter eine persönliche Ansprache statt des üblichen E-Mail-Verkehrs. Einige verwiesen zudem auf die eigene Altersstruktur und die geringe Resonanz der Besucher bei Veranstaltungen.

Es gibt aber auch Kritik an der Schwerpunktsetzung des Vorstandes auf Jugendkulturarbeit. Aus diesem Grund hat unter anderem der CDU-Ortsverband zum Jahresende gekündigt. „Das ist eine relativ einseitige Sache“, sagt Ortsvorsitzender Michael Mayer auf Nachfrage dieser Zeitung. Die ältere Generation werde überhaupt nicht mehr mitgenommen. Mayer kritisiert auch die finanzielle Situation: „Das Ganze ist einfach zu risikobehaftet“. Die Wirtschaftlichkeit des Kulturhausbetriebs müsse ganz oben anstehen, alles andere habe sich unterzuordnen. Konsequenterweise hat Mayer auch seinen Beiratsposten zur Verfügung gestellt. Gewählt wurde die Grünen-Stadträtin Gabriele Baier.