Innenstadt / Jungbusch

Jungbusch Statt Freiluftkonzert schweißtreibender Klangteppich bei Kulturbrücken mit Seth Faergolzia und „Larry and his Flask“

Ein Loop kommt selten allein

Archivartikel

Nachdem der Freitag bei sommerlichen Temperaturen gestartet war, verschlechterte sich das Wetter im Laufe des Tages zusehends. Ein Gewitter war vorausgesagt. Deshalb wurde das geplante Freiluftkonzert sicherheitshalber in die Räume von Kulturbrücken verlegt. Doch das tat der guten Stimmung bei der gemeinsamen Veranstaltung von brandherd und Kulturbrücken Jungbusch keinerlei Abbruch.

Richtig gute Laune kam schon bei der „Vorband“ auf. Doch was wie eine Band erklingt, ist in Wirklichkeit nur eine einzige Person. Wie all das als Solokonzert, also ohne Begleitung funktioniert? Seth Faergolzia ist Sänger, Gitarrist und Beatboxer. Er erschafft Livemusik mit der Hilfe von innovativer Technik und erzielt diesen Band-Effekt, indem er mit seiner Loop-Station Stimme über Stimme legt. Der absurd schräge und verrückte Sound seines „Emprovised Loop“ erfüllt den randvollen Saal und das begeistert mitgehende Publikum jubelt, singt mit und applaudiert lautstark.

Art Heimspiel

Der Singer und Songwriter aus New York ist nicht zum ersten Mal zu Gast in Mannheim. Für Faergolzia ist es daher sogar eine Art Heimspiel. Die Stimmung in den Räumen von Kulturbrücken war also im wahrsten Sinne des Wortes familiär und die Show sehr persönlich. Faergolzia loopte was das Zeug hielt, sogar unter Einbeziehung des Publikums beim Song „Rubberband“ (Gummiband). Er überzeugte mit seiner Stimme, Akustik-Gitarre und Beat-Box, seinem Performertalent und einem Mix der verschiedensten Musikstile: Von Folk über Rock und Rap war alles dabei im musikalischen Paket. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt beim Auftritt der Band „Larry and his Flask“ (Larry und sein Flachmann). Andrew Carew (Banjo, Gesang, Blasinstrumente), Jamin Marshall (Schlagzeug, Gesang), Ian Cook (Gitarre, Gesang), Jeshua Marshall (Double-Bass, Tenor Horn) und Kirk Skatvold (Mandoline und Trompete) gaben noch einmal richtig Gas. Bei ihrem tanzwütigen Auftritt verknüpften sie Folk, Bluegrass, Punk und Brass zu einem temporeichen und schweißtreibenden Klangteppich.

Die US-Amerikaner punkteten nicht nur mit Sympathie, sondern auch mit perfekt getimten Trompeten-, Horn- oder Banjo-Solos, eingängigen Gesangseinlagen und mitreißenden Gitarren-Riffs. Bei dem wilden und vielschichtigen Stilmix der fünf Derwische bebte die Bühne, so dass Veranstalter Bernhard Kreiter (brandherd) vorsichtshalber die großen Lautsprecherboxen mit seinen Händen abstützte.

Die Truppe aus dem US-Bundesstaat Oregon bot eine abwechslungsreiche und energiegeladene Show und bezog das begeisterte Publikum von Anfang bis Ende mit ein. Zu Dance-Songs wie „Barley wine“, „Hobo‘s“ oder „Roomates“ tanzten die vielen Fans gerne ausgelassen mit.