Ilvesheim

Ilvesheim Apfelsaftfest auf der Vogelweide / 120 Bäume abgeerntet

Rund 400 Liter gekeltert

Alle, die sich an diesem Tag auf den Weg zur Ilvesheimer Vogelweide aufmachten, hatten nur eines im Sinn – frisch gepressten Apfelsaft genießen. Und den gab es reichlich beim Verein für Vogelfreunde und Vogelschutz, der seit gut 15 Jahren immer am Sonntag vor dem Schulbeginn zum traditionellen Apfelsaftfest einlädt.

Die Äpfel dafür lieferten um die 120 Bäume, meist von Paten für 20 Euro gepflanzt und von den Mitgliedern des Vereins gehegt und gepflegt. „Natürlich können die Paten die Äpfel auch selbst ernten“, versicherte der Vorsitzende Helmut Stroh, doch die meisten überlassen dem Verein die Ernte. Bereits am Freitag trugen die Mitglieder des Vereins zwischen 800 bis 1000 Kilogramm Äpfel zusammen.

„Die Äpfel stammen alle aus biologischem Anbau“, sagte der Vorsitzende, der mit vielen Freiwilligen alle Hände voll zu tun hatte, die Becher der Gäste zu füllen. Kräftige Männer standen am Moster, um die frisch gepflückten und gewaschenen Äpfel zu zerkleinern und ihnen anschließend von Hand in einer Presse den Saft zu entlocken. „Pro Pressvorgang kommen rund 75 Kilo Maische in die Presse und das ergibt um die 30 Liter Saft“, erklärte Stroh. Mit Blick auf das aufwendige Procedere warteten die Gäste auf das Endprodukt: Für 50 Cent gab es 0,3 Liter des süßen Saftes.

Von der fruchtigen Süße angelockt waren auch viele Wespen, die sowohl die Maische wie auch den gepressten Saft umschwirrten. „Falls jemand gestochen wird, wir haben Mittel gegen Insektenstiche dabei“, erklärte der Vorsitzende beiläufig. An einer kleinen Presse stand Lukas (13), der Enkel des Vorsitzenden. Er zeigte den Kindern, wie gepresst wird, und wer Lust hatte, der konnte sich an der Kurbel betätigen, um dann auch gleich das Produkt zu verköstigen. Die 400 Liter Apfelsaft, die an diesem Tag hergestellt wurden,waren am Ende weg. „Wir sind am Abend immer restlos ausverkauft“, berichtete Stroh.

Die Vogelweide am Rande von Ilvesheim ist ein kleiner Garten Eden. Vier Imker haben im hinteren Bereich ihre Bienenstöcke aufgestellt. Interessanter als Bienen fanden die Kinder den Teich, in dem es Frösche geben soll, doch gesichtet wurde leider keiner. „Für September außergewöhnlich ist, dass es im Teich noch Kaulquappen gibt“, erklärte der Vorsitzende und versuchte einige mit dem Köcher herauszufischen. Die Mütter interessierte derweil der Kräutergarten mit 15 verschiedenen Arten. greg