Ilvesheim

Ilvesheim Mit der traditionellen Verbrennung endet die Kerwe / Auch am letzten Tag kommen viele Besucher

Gretel findet ein feuriges Ende

Archivartikel

Nichts währt ewig, und so hieß es auch am Montagabend in Ilvesheim, Abschied von der Kerwe zu nehmen. Rechtzeitig zu ihrer Verbrennung hatte der KVI die Kerwe-Gretel wieder von ihren Entführern auslösen können. Nicht zum ersten Mal waren die Handballer die Schlumpeldiebe gewesen. Keine allzu große Überraschung, meinte hierzu auch Kerwe-Pfarrer Andreas Trier: „Schon einige Vorgängerinnen haben im schönsten Hof von Ilvesheim gedöst“.

Mit einsetzender Dunkelheit trat also die Kerwe-Gretel, die für vier kurze Tage Ilvesheims „First Lady“ sein durfte, nun ihren letzten Gang an. Unter den Tränen der Trauergemeinde, schluchzenden Rhabarber- Rhabarber Rufen und der etwas fragwürdigen Segnung mit der Toilettenbürste durch Kerwe-Pfarrer Trier führte der Trauerzug bis zum Ilvesheimer Schloss. Mit dem Brauch der Verbrennung mit begleitendem Feuerwerk wurde die Kerwe 2018 offiziell „beerdigt“.

Erstmals gab Andreas Trier, den meisten Ilvesheimern von seinem Arbeitsplatz der VR Bank Rhein Neckar in der Schlossstraße oder als Vorsitzender der Freien Wähler Ilvesheim bestens bekannt, den Kerwe-Pfarrer. In seiner Trauerrede griff er die vielen kleinen und großen Aktivitäten auf, die zu einem guten Gelingen solch einer mehrere Tage dauernden Veranstaltung von Nöten sind und welch ein „erhebendes Gefühl sich einstelle, wenn sich die Kerwe langsam erhebt und endlich alles steht“.

Einen Rat gab Trier der Trauergemeinde mit auf den Weg: „Behaltet die Kerwe im Ort, sonst laafe eich die Leit alle fort“. In diesem Jahr schienen alle dagewesen zu sein, war doch am Montagmorgen noch einmal halb Ilvesheim auf den Beinen und füllte die Schlossstraße auch am vierten Tag der Inselkerwe mit munterem Leben. Die Veranstalter hatten alle Hände voll zu tun, um den vielfältigen Ruf nach Spies und Trank zu bewältigen. Das Wetter hätte an diesem letzten Tag etwas freundlicher sein können, aber wer die Kerwe liebt, lässt sich von solch kleinen Widrigkeiten nicht abhalten. Die Kinder drehten ihre letzten Runden auf den Karussells, die „jung gebliebenen“ Schüler ab den 1930er Jahrgängen schmausten zusammen, man traf sich zum Frühschoppen, manche Damen kamen im Dirndl, auch Männer im Kilt sind hier längst kein fremder Anblick mehr.

Zu wenig Toiletten

Rathaus und Bauhof waren verwaist, denn auch die Gemeindemitarbeiter feiern an diesem Ilveser Feiertag traditionsgemäß zusammen. Während der Tag eher mit dem Austausch von Neuigkeiten und viel Gelächter gefüllt war, lockten am Abend die Partyklänge noch einmal zum Abtanzen. Bei all der Freude gab es doch auch ein Manko, wie die meisten Kerwebesucher feststellen mussten. So hatten die Veranstalter unerklärlicherweise an Toiletten gespart. Zwei Wagen mit insgesamt nur sechs Toiletten für Mann und Frau führten zu langen Schlangen und zum Unmut nicht nur der „Müssenden“. Auch die Anwohner waren durch die ungünstige Situation betroffen, denn nicht wenige der Feiernden benutzten unerfreulicherweise die umliegenden Höfe zum dringenden Toilettengang.

Info: Weitere Fotos unter: morgenweb.de/ilvesheim