Ilvesheim

Ilvesheim Ausstellung mit 300 Krügen im Heimatmuseum eröffnet / Michael Timmermann unterhält Besucher mit Geschichten rund um den Gerstensaft

Als Damen zum Bierkränzchen luden

Archivartikel

Total genial oder eher vollkommen überflüssig? Dem Besucherzustrom nach zu urteilen war die Idee eine Bierkrug-Ausstellung zu organisieren mehr als nur genial. Der Anstoß zu dieser außergewöhnlichen Präsentation kam ursprünglich von Doris Hartmann und nur durch Mund- zu-Mund-Propaganda erhielt das Museumsteam – Karin Jung, Traudl Wochele-Rupp und Gaby Schaaf – so viele Bierkrüge, dass gar nicht alle ausgestellt werden konnten.

Bevor sich nun die Gäste ausgiebig die Ausstellung anschauen konnten, begrüßte Traudl Wochele-Rupp die Besucher mit humorigen Worten. „Es war schon immer in der Vergangenheit und bis heute ein Stück Kultur, aus welchem Trinkgefäß das Nationalgetränk seinen Zuspruch gefunden hat“. Darüber hinaus bedankte sie sich bei Michael Timmermann, der das Publikum mit einigen Geschichten rund um den Gerstensaft unterhielt, bei Rainer Velser für seinen musikalischen Beitrag und bei Herbert Wagner, der sich für ein kostenloses Bier-Tasting zur Verfügung gestellt hatte. Die Besucher hatten die Möglichkeit, sich einen Überblick über die mehr als 300 ausgestellten Bierkrüge zu verschaffen. Da gab es Humpen aus Stein, Zinn, Glas oder Holz. Es waren sehr schlichte, aber auch beeindruckend aufwendige Stücke zu sehen. Darüber hinaus bekamen die Gäste noch jede Menge Informationen rund um den beliebten Gerstensaft. So erfuhr man beispielsweise, dass in der Nähe von Trier ein Bierverlegerstein gefunden wurde, der belegt, dass Bier bereits in den ersten Jahrhunderten nach Christus eine gängige Handelsware war oder dass bis zum Ende des Mittelalters das Brotbacken und das Bierbrauen in den Händen der Frauen lag.

Zwei Brauereien in der Gemeinde

War der Sud besonders gut gelungen, lud die Dame des Hauses ihre Nachbarinnen zum Bierkränzchen ein, eine Tradition, die bis heute als Kaffeekränzchen fortgeführt wird. Darüber hinaus war Christoph Wege, ein passionierter Bierkrugsammler, der selbst viele Stücke zur Ausstellung beigesteuert hat, ein Quell an Informationen. So wussten sicher viele Ilvesheimer nicht, dass es tatsächlich in der Gemeinde einmal zwei Brauereien gegeben hat, eine im „Hirsch“ und eine in der Kanalsiedlung im „Anker“.

Mittlerweile hatte sich der Innenhof des Heimatmuseums komplett gefüllt und Michael Timmermann unterhielt das Publikum mit lustigen Geschichten rund um das Bier. Die Erzählung „Der Münchner im Himmel“ kam besonders gut bei den Besuchern an, da Michael Timmermann auch sein begnadetes Schauspieltalent zeigte.

Zwischen den einzelnen Vorträgen unterhielt Rainer Velser mit seinem Akkordeon die Gäste und verbreitete mit seinen Liedern wie „Es gibt kein Bier auf Hawaii“ ausgelassene Oktoberfeststimmung. Schlussendlich durften sich die Besucher über eine Blindverkostung freuen, die Bierkenner Herbert Wagner offerierte.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/ilvesheim