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Universität Das Institut für Sport bietet das Computerspiel „League of Legends“ als Mannschaftssport für die Studierenden der Uni Mannheim an

Gemeinsam gegen Monster kämpfen

Als er als Kind mit dem Computerspiel-Wettkampf begonnen hatte, wollte er genauso gut sein wie seine Geschwister, sagt der 24-jährige Martin Rogosch. Er habe drei ältere Brüder, die ihn schon von klein auf herausgefordert und damit seinen Ehrgeiz geweckt hätten. Heute ist der Soziologie-Student Mitglied der „Lokomotive Mannheim“, die sich im Finale gegen die Mannschaft des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mit 3:1 behauptet hat.

„Wir sind schnurstracks in die Erste Liga gefahren“, erklärt Rogosch den Namen „Lokomotive“. Elektronischen Sport (E-Sport), also Wettkämpfe am Computer, gebe es seit August vergangenen Jahres an der Uni Mannheim, und bereits im Oktober sei es dem Team gelungen, in die Erste Liga des „University E-Sport Germany“ aufzusteigen. Neben der „Lokomotive“ habe es im vergangenen Semester an der Uni noch zwei weitere E-Sport-Teams der Zweiten Liga gegeben, so Rogosch.

Die „Lokomotive“ setzt sich neben Martin Rogosch (Indigobaer) aus Lucas Hassinger (Franzusnorbertus), Marco Präg (Boph Teífong), Marvin Ostermaier (elRinn) und Mannschaftskapitän Kai Becker (Atombionic) zusammen. Die Namen in Klammern sind ihre Pseudonyme im Onlinespiel.

Lokomotive wird Uniliga-Meister

„League of Legends“ ist ein Onlinespiel, bei dem mehrere Spieler in Teams gegeneinander antreten. Es wird gegen Monster gekämpft. Gewonnen hat am Ende das Team, das zuerst den „Nexus“, das Hauptgebäude der Gegner, zerstört. Bis dahin dauere es meist zwischen 30 und 40 Minuten, sagt Rogosch. Dem 24-Jährigen gefällt dabei, dass nach einer Runde jedes Team wieder von der gleichen Ausgangsposition anfängt: „Neues Spiel, neues Glück“, so Rogosch. E-Sport sei ein Trend aus Asien, wo er auch heute noch gesellschaftlich mehr akzeptiert werden würde als in Deutschland, sagt der Soziologie-Student weiter. Beispielsweise gebe es in Ländern wie Südkorea und China mehr Sponsoren. Die Preisgelder seien aber auch hierzulande gestiegen und die Lokalzeitungen würden mehr berichten.

Das Institut für Sport (IfS) steht dem elektronischen Sport wohlwollend gegenüber: „Wir sind sehr breitensportlich orientiert“, betont Christian Burgahn, Leiter des Instituts. Leistungsfähige Gamingcomputer für das Spiel hat das IfS durch das Rechenzentrum bekommen, erklärt Burgahn. Das Rechenzentrum habe die Rechner dabei selbst mit passenden Komponenten zusammengestellt, und es sei dabei darauf geachtet worden, dass die Technik die nächsten zwei bis drei Jahre aktuell bleibe. Danach sollen die Computer als Bürorechner dienen, so Burahn.

Eigener Raum

Christian Burgahn sieht „League of Legends“ als Mannschaftssportart, welche die Teamfähigkeit schule, die wiederum auch im späteren Leben gebraucht werden würde. Für die Zukunft wünsche er sich einen eigenen Raum für die E-Sport-Teams, dass nicht – wie bisher – erst alles auf- und danach wieder abgebaut werden müsse.