Heidelberger Druckmaschinen

Neuer Rückschlag für Heidelberger Druck

Wiesloch.Neuer Rückschlag für die Heidelberger Druckmaschinen AG. Im abgelaufenen dritten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (endet am 31. 3.) gingen sowohl Aufträge und Umsatz als auch das Betriebsergebnis zurück. Als Begründung nannte Vorstandschef Rainer Hundsdörfer hauptsächlich Engpässe bei Zulieferern. Wegen des drohenden Konjunkturabschwungs würden die Kunden aber auch vorsichtiger. „Die Vertragsabschlüsse brauchen mehr Zeit, Aufträge werden verschoben“, sagte Finanzchef Dirk Kaliebe. Der hohe Auftragsbestand stimmte den Vorstand trotzdem zuversichtlich, die Jahresziele zu erreichen. „Wir erwarten ein starkes viertes Quartal“, so Hundsdörfer. Für das gesamte Jahr hatte der Konzernchef ein moderates Wachstum bei Umsatz und Ergebnis angekündigt.

Konkret fehle es Heideldruck momentan an mechanischen Komponenten und Teilen für den Druckmaschinenbau, so Hundsdörfer. Die Engpässe gingen auf die „extrem gute Auslastung im verarbeitenden Gewerbe“ zurück. Man habe aber mit den betroffenen Zulieferern Vereinbarungen erzielt, so dass er zuversichtlich sei, die Produktion wieder aufholen zu können. Die eigene Belegschaft stimmte der Vorstand deshalb in den nächsten Monaten auf Mehrarbeit ein.

Insgesamt bezeichnete der Vorstand die Lage bei dem weltgrößten Druckmaschinenbauer trotz aller konjunktureller Unsicherheiten als „stabil“. Der Maschinenbau habe gelernt, mit Krisen umzugehen, und werde jetzt nicht „supernervös“. Auch Mirko Geiger, Chef der IG Metall Heidelberg, sieht Heideldruck nach wie vor „auf ganz gutem Weg“. „Im Moment mache ich mir keine Sorgen“, sagte der Arbeitnehmervertreter. Das vierte Quartal sei bei dem Druckmaschinenbauer traditionell das stärkste. Allerdings müsse man hoffen, „dass uns keine Rezession in die Quere kommt“.

Wichtig sei, dass im laufenden Geschäftsjahr „wichtige strategische Meilensteine“ erzielt worden seien, sagte Hundsdörfer weiter. Neue Chancen sieht er beispielsweise in dem geplanten Ausbau der Zusammenarbeit mit dem chinesischen Spezialmaschinenbauer Masterwork, der sich an Heideldruck beteiligen will. Das ermögliche „große Potenziale im wachsenden Verpackungsmarkt und in China“. Die Freigabe der Kooperation sei nur noch Formsache, meinte Hundsdörfer. Bis Ende März soll sie unter Dach und Fach sein.

Die Börse reagierte enttäuscht auf die Zahlen, der Kurs der Heideldruck-Aktie sank um mehr als acht Prozent. Das dritte Geschäftsquartal sei etwas schwächer als erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank. Er betonte aber den vorsichtigen Optimismus des Managements und bekräftigte seine Ansicht, dass die Aktie „deutlich unterbewertet“ sei.