Heddesheim

Heddesheim Neues Café Brotzeit der Firma Görtz eröffnet / Viel Lob für Architektur und Teamleistung / Gemeinde steckt rund 700 000 Euro in Umfeld-Gestaltung

Neues Café Brotzeit der Firma Görtz eröffnet

Archivartikel

Dieses Ereignis lässt sich auch Ute Görtz nicht entgegen. 1963 hatte sie das Unternehmen gegründet, nun blickt sie mit Stolz auf die Arbeit ihrer Söhne - aktuell am Montagabend bei der Eröffnung der neuen Görtz-Filiale in Heddesheim. Zwischen den vielen geladenen Gästen im Café Brotzeit sieht sich die heute 74-jährige Firmengründerin um: „Es gefällt mir sehr gut“, stellt sie strahlend fest.

Und sie ist damit nicht allein. „Optisch gelungen“ findet Gemeinderat Jürgen Harbarth den Neubau: „Das wird sicher gut angenommen.“ Davon ist auch der erste Bürgermeister-Stellvertreter Rainer Hege überzeugt und spricht von einer „gelungenen Weiterentwicklung und Aufwertung des Ortskerns“. Alt-Gemeinderätin Ingrid Kemmet sieht es ebenso: „Ein schönes Gebäude, gefällt mir sehr gut.“ Sabrina Arns lobt die „Kaffeehaus-Atmosphäre“: „So etwas gab es bisher in Heddesheim noch nicht“, sagt die neue Gemeinderätin.

Tatsächlich entfaltet der hohe Innenraum eine besondere Wirkung, greift er doch die den Ort prägende Scheunen-Architektur mit modernen Mitteln auf. Durch die zahlreichen Fenster fällt viel Licht auf die gemütlichen Tischgruppen, eine Empore schafft zusätzlichen Raum.

„Das ist eine neue Attraktion für den Ortskern" und „ein Schmuckstück in der Nähe des Rathauses“, lobt Bürgermeister Michael Kessler die Arbeit des Architekten Matthias Jarcke. „Es war klar, dass wir an dieser zentralen Stelle von Heddesheim keinen 08/15-Bau hinstellen können“, blickt er zurück auf die ersten Gespräche über das Projekt mit Firmenchef Peter Görtz. Mehrere Konzepte habe der Gemeinderat diskutiert und sich die Entscheidung zum Abriss des alten Gemeindehauses und des Helfrich-Hauses nicht leicht gemacht. Letztendlich hätten alle Beteiligten an einem Strang gezogen, lobt er. Die Gemeinde nutzte die mit dem Neubau verbundene Chance, auch das Bürgerhaus-Umfeld umzugestalten und einen zusätzlichen Außenbereich zu schaffen, erinnert er weiter. Nicht zuletzt wurde die Rathaus-Kreuzung - unter mehrwöchiger Sperrung - angepasst und mit einer neuen Infrastruktur versehen. Rund 700 000 Euro investierte die Gemeinde insgesamt. In den Neubau selbst steckte Görtz mehr als eine Million Euro.

Gemeinsame Vision als Basis

Und das, obwohl die Firma erst 2013 ihren Standort in der ehemaligen Schlecker-Filiale eröffnet hatte. „Wir hatten viel Geld investiert“, erinnert Peter Görtz: „Das war auf 15, 20 Jahre ausgelegt.“ Doch schon drei Jahre später klingelte Kessler den Firmenchef an und bat um Rückruf. „Das hat bei mir gemischte Gefühle ausgelöst“, gesteht Görtz schmunzelnd. Die Sorge erwies sich als unbegründet. Denn Kessler, beeindruckt vom großen Zuspruch der Bürger zum Café Görtz, kam mit einer Idee um die Ecke: Es war die Vision von einem neuen Café an der zentralsten Stelle, die Heddesheim zu bieten hat.

Seit Montag ist sie Realität. „Ich habe in 30 Jahren und fast 200 Projekten, die ich für die Bäckerei Görtz bauen durfte, keinen Bürgermeister und kein Team erlebt, die mit so viel Herzblut bei der Sache waren und so um Qualität gekämpft haben“, lobt Görtz die Zusammenarbeit, für die zuvor auch Kessler gedankt hat. Architekt Jarcke bezeichnet das Projekt als beispielgebend über die Region hinaus: „Es entspricht genau dem, was viele Gemeinden wollen: einen zentralen Treffpunkt mit einer Architektur, die zum Ort passt.“

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