Haustiere

Hundeführerschein Verbände nehmen freiwillige Prüfung ab

Lizenz zum Gassi-Gehen

Berlin/Mannheim.Wer Auto fährt, braucht einen Führerschein. Wer einen Hund hält, der kann einen sogenannten Hundeführerschein machen, angeboten von Hundeschulen oder Tierverbänden.

Was der Hundeführerschein ist: Es handelt sich dabei um ein Zertifikat für Hundehalter. Wer die Prüfung ablegt, muss einen theoretischen und einen praktischen Teil bestehen. Im Theorie-Teil geht es um Fragen des Umgangs mit dem Hund, seine artgerechte Haltung, aber auch gesetzliche Vorschriften. Im Praxis-Teil beobachten die Prüfer Hund und Halter in typischen Alltagssituationen – im Café, wenn der Hund unterm Tisch liegt und der Kellner kommt, oder beim Spaziergang ohne Leine im Park, wenn eine Person mit ungewöhnlichem Bewegungsmuster, etwa mit einem Rollator, vorbeikommt.

Wer den Test anbietet: Der Hundeführerschein wird von Prüfern abgenommen, die Verbänden wie dem Internationalen Berufsverband der Hundetrainer und Hundeunternehmer (IBH), dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) oder dem Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) angehören. Die Kosten variieren, sie liegen meist um die 100 Euro.

Wo ein Nachweis Pflicht ist: In Niedersachsen ist ein Sachkundenachweis seit Juli 2013 Pflicht für alle, die sich einen Hund neu anschaffen. Auch dieser Nachweis wird umgangssprachlich oft Hundeführerschein genannt. Die zuständigen Behörden erkennen aber nur die Hundeführerscheine einiger Verbände wie dem BHV und dem IBH an. Sachkundenachweis und der sogenannte Hundeführerschein sind also nicht dasselbe, manchmal im Endeffekt aber gleichwertig.

Blick in andere Bundesländer: Deutschlandweit gibt es Forderungen nach ähnlichen verbindlichen Nachweisen für alle Hundehalter. Für gelistete Hundearten, die als gefährlich angesehen werden, sind Nachweise oft schon Pflicht. In Berlin gelten seit 2019 verschärfte Regeln für alle Hunde: Halter, die ihre Tiere auch abseits von Hundeauslaufgebieten freien Lauf bieten wollen, brauchen seit Beginn des Jahres einen Sachkundenachweis, wenn sie ihren Hund erst nach dem 22. Juli 2016 angeschafft haben. Nur mit „Lappen“ dürfen sie ihre Hunde dann auf unbelebten Straßen und Plätzen sowie Brachflächen von der Leine lassen. Es gibt übrigens auch finanzielle Anreize: Vielerorts, zum Beispiel in Mannheim, können Hundehalter nach Erlangen eines Hundeführerscheins eine Befreiung von der Hundesteuer beantragen. In vielen anderen Städten und Gemeinden wird sie gesenkt. tmn