Handball

Handball-Badenliga TVF setzt sich gegen Viernheim mit 29:24 durch / Viernheims taktische Kniffe ohne Effekt

Friedrichsfeld glückt Revanche

Mannheim.Überraschend deutlich gelang dem TV Friedrichsfeld die Revanche im Handball-Badenliga-Derby gegen den TSV Amicitia Viernheim. Hatte der TVF im Hinspiel bei den Südhessen noch mit 19:31 das Nachsehen, setzte sich das Team von Trainer Marco Dubois diesmal mit 29:24 (17:12) durch.

Dabei waren die Vorzeichen alles andere als gut: Mit Raimonds Trifanovs und Julian Doppler mussten die beiden zuletzt stärksten Rückraumakteure der Friedrichsfelder kurzfristig grippekrank passen. Viernheim war hingegen komplett, auch Holger Hubert, bei dem es zuvor noch ein kleines Fragezeichen gab, konnte auflaufen. Umso überraschender dann der Spielverlauf: Bis zum 5:3 für die Gäste schien alles seinen erwarteten Gang zu nehmen, doch dann steigerte sich der TVF in der Defensive, glich zum 6:6 (15.) aus und setzte sich nach dem 7:8 (18.) auf 13:9 und 15:10 (27.) ab. „In dieser Phase waren wir einfach nicht präsent genug“, ärgerte sich TSV-Amicitia-Trainer Frank Herbert.

Herbert: „TVF hat mehr investiert“

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel gelang es Viernheim dank zweier vergebener TVF-Chancen auf 17:14 zu verkürzen, doch die Friedrichsfelder konterten und als Tobias Schlupp das 21:15 markierte (38.) wuchs natürlich auch das Selbstvertrauen der Gastgeber. Über 25:17 (48.) und 28:21 (58.) ließ Friedrichsfeld nichts mehr anbrennen.

„Unsere Mannschaft hat eindeutig mehr investiert und in der Deckung immer einen Schritt mehr gemacht“, meinte TVF-Sprecher Florian Kuhn, der letztlich von einem „soliden Spiel“ sprach, „das wir eigentlich noch deutlicher hätten gewinnen können“.

Gäste-Trainer Herbert versuchte alles, brachte häufig den siebten Feldspieler und stellte auch seine Deckung um – aber nichts zeigte an diesem Abend die gewünschte Wirkung. „Ehrlich gesagt, bin ich enttäuscht. Wenn man ein Derby spielt, dann muss man anders auftreten. Friedrichsfeld hat tatsächlich mehr investiert als wir und daher auch verdient gewonnen“, so der erfahrene Coach, der in der zweiten Hälfte zumindest mit der Defensive halbwegs zufrieden war: „Die zwölf Gegentore im zweiten Abschnitt waren in Ordnung, aber vorne war das natürlich viel zu wenig. Man hatte nie das Gefühl, dass wir das Spiel drehen könnten“, erklärte Herbert frustriert. Auch ein Torwartwechsel von Patrick Koch zu Dennis Hoffmann und zurück war wirkungslos. „Es war einfach verkorkst“, so der Viernheimer Trainer.

Auf Friedrichsfelder Seite war man natürlich überglücklich: „Jetzt haben wir uns mit 16:18 Punkten und Tabellenplatz sechs deutlich Luft verschafft“, so Trainer Marco Dubois, der die geschlossene Teamleistung hervorhob.

Torwart Luca Schmitt kehrt zurück

Dass auch die zweite und dritte Mannschaft des TV Friedrichsfeld zuvor ihre Spiele gegen die Viernheimer Konkurrenz gewinnen konnten – beim Derby-Spieltag in der Hinrunde wurden noch alle drei Partien verloren – steigerte die Stimmung in der sehr gut besuchten Lilli-Gräber-Halle zusätzlich.

Am Rande der Partie wurde auch eine Neuverpflichtung für die kommende Runde bekannt. Nachdem Torhüter Marc Kolander den TVF nach der Saison bekanntlich in Richtung SG Heddesheim verlassen wird, kommt der junge Luca Schmitt vom Drittligisten SG Nußloch zurück. Schmitt durchlief alle Jugendmannschaften der JSG Edingen/Friedrichsfeld und suchte dann nach der A-Jugend die Herausforderung in Nußloch. Dort war er die letzten zwei Jahre dritter Torhüter des Drittliga-Teams, entschloss sich nun aber zur Rückkehr zum TVF.

„Wir haben seit Jahren eine gute Jugendarbeit und unser Ziel ist es natürlich, diese Jungs auch in unsere Männermannschaft einzubauen. Die Rückkehr von Luca Schmitt ist ein sehr positives Signal“, freut sich Florian Kuhn. me