Fußball

„Sprache war ein harter Gegner“

Giovanni Trapattoni, der frühere Bayern-Trainer, wird 80 Jahre alt

Mit einem Gefühlsausbruch beim FC Bayern München schimpfte sich Giovanni Trapattoni in die Herzen der Deutschen. Zu seinem 80. Geburtstag an diesem Sonntag spricht der Italiener über seinen härtesten Gegner in Deutschland: Der stand nicht auf dem Spielfeld.

Sie haben den VfB Stuttgart und den FC Bayern trainiert. An was mussten Sie sich erst mal gewöhnen, als Sie nach Deutschland gezogen sind?

Giovanni Trapattoni: Das größte Hindernis war sicher die Sprache. Ein wahrlich knallharter Gegner, den ich unterschätzt hatte. Ohne die richtigen Ausdrücke habe ich es nicht geschafft, so wie ich wollte, mit der Mannschaft zu kommunizieren. Und das hat viele Probleme mit sich gebracht.

In Deutschland sind Sie durch ihre Wutrede zur Kultfigur geworden. In gewisser Weise haben Sie damit auch zum Teil das Italien-Bild der Deutschen geformt. Sind Sie ein bisschen stolz darauf?

Trapattoni: Naja, stolz würde ich nicht sagen. Wie kann ich stolz auf einen Wutausbruch sein, in dem ich einen Haufen grammatikalischer Fehler gemacht habe! Ehrlich gesagt hätte ich mir nie vorstellen können, dass so eine Pressekonferenz auch noch nach 20 Jahren so populär ist. Eine Erklärung könnte der tragikomische und unerwartete Aspekt der Pressekonferenz sein. Niemand hat jemals eine solche Reaktion eines Bayern-Trainers erwartet.

Am Samstag werden Sie 80 Jahre alt. Welche Ziele haben Sie noch für die Zukunft?

Trapattoni: Ich genieße den Ruhestand, um bei meiner Familie zu sein. Ich muss zugeben, dass ich als Trainer kein vorbildlicher Großvater war. Ich war immer unterwegs und auch wenn ich zuhause war, habe ich immer an Fußball gedacht. Jetzt versuche ich, diese Zeit zurückzugewinnen. Mit 80 kann ich nicht viele Zukunftsprojekte machen. Sagen wir es so, ich fühle mich, als hätte ich die 90 Minuten meines Spiels beendet. Von jetzt an beginnt das Golden Goal! dpa