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Fußball Der Mannheimer Mittelfeldspieler von Zweitliga-Meister Arminia Bielefeld fiebert seinem Bundesliga-Debüt entgegen

Seufert will die Welle reiten

Bielefeld/Mannheim.Das große Happy End gab es für Nils Seufert und Arminia Bielefeld am späten Sonntagnachmittag. Nach dem 3:0-Erfolg über den 1. FC Heidenheim und der Übergabe der Zweitliga-Meisterschale auf der verwaisten Bielefelder Alm bereiteten mehrere Tausend Arminia-Fans dem Aufsteiger einen lautstarken Empfang vor dem Stadion – der so eigentlich nicht vorgesehen war. „Geplant ist nichts“, hatte Seufert, der 23-jährige Mittelfeldmann aus Mannheim-Käfertal in Bielefelder Diensten, vor dem letzten Spieltag im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt.

Die Aufstiegsparty, die in der Innenstadt weiterging, könnte noch für reichlich Diskussionsstoff sorgen, schließlich grenzt Bielefeld an den Landkreis Gütersloh, über den vergangene Woche ein neuer Corona-Lockdown verhängt wurde. Trotzdem: Endlich war die Freude der leidgeprüften Arminia-Fans über die Bundesliga-Rückkehr nach elf Jahren Abwesenheit für das Team von Trainer Uwe Neuhaus nicht nur vorstellbar, sondern direkt ersichtlich. Den entscheidenden 4:0-Heimsieg über Dynamo Dresden hatten die Ostwestfalen vor zwei Wochen ohne Anhang angehen müssen. „Es fehlt schon brutal viel ohne Fans – allein nach dem Spiel, wenn du weißt: Du hast es geschafft. Man feiert untereinander, man feiert ein bisschen in der Kabine, aber das war’s dann leider auch schon“, meint Seufert, der seit dem Neustart zum Stammpersonal der Arminen gehört.

Sieben von neun Partien bestritt der einstige FCK- und Waldhof-Jugendspieler zuletzt von Beginn an, einmal wurde er eingewechselt. Und mit dem Aufstieg hat Seufert sein persönliches Ziel, den Sprung ins deutsche Oberhaus zu schaffen, schneller als erhofft erreicht. „Mit der Bundesliga wartet jetzt natürlich ein Highlight“, freut sich der Kurpfälzer auf sein bald bevorstehendes Erstliga-Debüt: „Ich bleibe bei der Arminia, ich bin sehr happy hier. Ich hoffe, dass ich jetzt einfach mal länger fit bleiben und richtig marschieren kann.“

Dass die coronabedingte Zwangspause für ihn von Vorteil war, schließt Seufert nicht aus. 2019 hatte eine Schambeinentzündung den jungen Mannheimer zurückgeworfen, Anfang des Jahres traten leichte muskuläre Probleme auf. Vor allem deshalb standen für Seufert nach 25 Spieltagen nur sieben Einsätze zu Buche. „Mir persönlich hat die Pause mit meiner Vorgeschichte vielleicht etwas gut getan“, gibt er zu. Vor allem wegen seiner körperlichen Fortschritte schaut Seufert zufrieden auf seine eigene Spielzeit zurück: „Ich habe noch mal einen Schritt nach vorn gemacht, bin viel fitter geworden und habe wieder Vertrauen in meinen Körper. Der Rest kommt gerade über die Spielpraxis.“

Für seine Mannschaft macht Seufert dagegen eher einen Nachteil aus. „Wir waren in einem brutalen Flow, der leider durchbrochen wurde“, findet der Mittelfeldspieler, der nach dem Abstieg mit dem 1. FC Kaiserslautern vor zwei Jahren ablösefrei nach Bielefeld wechselte. Dass die Arminia keines ihrer neun Ligaspiele nach dem Restart verlor (vier Siege, fünf Remis), spricht für die Qualität der Neuhaus-Truppe, die Platz eins nach dem 15. Spieltag nicht mehr hergab. Zehn Punkte Vorsprung waren es am Ende auf den Zweiten VfB Stuttgart – eine herausragende Ausbeute für die Ostwestfalen, die angesichts der Konkurrenz aus Stuttgart, Hamburg und Hannover vor der Runde eigentlich niemand als Aufstiegsaspirant auf dem Zettel hatte.

Pure Erleichterung und Freude

„Wir hatten zwar eher den positiven Druck, etwas Großes erreichen zu können. Aber es ist trotzdem Druck, der von einem abfällt, wenn man es endlich erreicht hat“, beschreibt der 23-Jährige den großen Moment: „Man fühlt pure Erleichterung und die Freude darüber, dass man das Unmögliche möglich gemacht und es bis zum Ende durchgezogen hat. Wir haben so eine konstante Saison gespielt – das ist wirklich unfassbar.“

Der Arminia traut Seufert auch in der Bundesliga eine „ordentliche Rolle“ zu. „Sicher müssen wir variabler werden, wenn uns die anderen Teams erst einmal durchschaut haben“, sagt der 23-Jährige: „Aber wenn wir das hinbekommen, ist der Klassenerhalt absolut drin.“

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