Fußball

Fußball Dortmund holt beim 3:3 gegen Schlusslicht Paderborn einen 0:3-Rückstand auf

Reus bewahrt BVB vor Totalschaden

Archivartikel

Dortmund.Als Marco Reus und Co. nach der glücklichen Aufholjagd gegen den SC Paderborn zur Südtribüne gingen, schlug ihnen ein gellendes Pfeifkonzert entgegen. Trotz des 3:3 (0:3) nach dem furiosen Schlussakkord gegen den Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga war der Unmut bei den Fans von Borussia Dortmund am Freitag groß. Denn als Wiedergutmachung für den viel kritisierten Auftritt zwei Wochen zuvor im Liga-Gipfel beim FC Bayern (0:4) taugte die Aufholjagd nicht. Schließlich büßte der BVB weiteren Boden im Kampf um einen Spitzenplatz ein.

Nach Treffern der Paderborner Streli Mamba (5./37.) und Gerrit Holtmann (43.) schien der in der ersten Halbzeit völlig indisponierte BVB geschlagen. Doch Jadon Sancho (47.), Axel Witsel (84.) und Marco Reus (90.+2) sorgten für das Unentschieden. Ob der magere Punktgewinn dem kritisierten Trainer Lucien Favre aber auf die Dauer hilft, dürfte fraglich sein.

„Wir müssen uns bei allen Leuten für die Leistung entschuldigen. Ich habe keine Erklärung für die erste Halbzeit. Keine Ahnung, was wir da fabriziert haben. Man hat sich richtig geschämt. So dürfen wir nie, nie wieder auftreten. Das war absolute Scheiße“, sagte Reus bei DAZN und fügte hinzu: „Darüber müssen wir sprechen, anders geht es nicht. Mit einem blauen Auge sind wir nicht davon gekommen, wir haben richtig einen mitbekommen. Der Trainer stellt uns super ein. Wir sind dafür verantwortlich, unsere Leistung zu zeigen.“

Ängstlich und verunsichert traten die Schwarz-Gelben in der ersten Hälfte auf. Ideenlos und ohne Tempo in der Offensive, desolat im Abwehrverhalten. Auch fünf Änderungen im Vergleich zum Bayern-Spiel verpufften ohne Wirkung. Die Rückkehr von Kapitän Reus oder Torjäger Paco Alcacer, der noch vor der Pause wieder verletzt raus musste, brachten dem BVB keine Sicherheit. Jungstar Jadon Sancho verblasste erneut auf der Außenbahn. So setzte es bereits zur Halbzeit ein gellendes Pfeifkonzert von den Rängen. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke diskutierte aufgeregt mit Präsident Reinhard Rauball und schüttelte den Kopf. So desolat hatten die Verantwortlichen den BVB schon lange nicht mehr im eigenen Stadion gesehen. Der Matchplan der mutigen Paderborner war so einfach wie erfolgreich. Kompakt in der Defensive, dazu überfallartige Konter. Der Lohn war die 3:0-Führung zur Pause.

Favre reagierte mit totaler Offensive. Julian Brandt, Thorgan Hazard und Achraf Hakimi kamen ins Spiel – und brachten neuen Schwung. Mit Erfolg. Keine zwei Minuten nach Wiederbeginn legte Hakimi für Sancho auf, der mit seinem Tor für neue Hoffnung sorgte. In der Defensive blieb der BVB aber anfällig. Mamba vergab eine weitere Riesenchance (64.). Auf der Gegenseite blieb der ganz große Druck aus. Brandt setzte einen Ball neben das Tor (75.), Hazard vergab eine weitere Chance (83.), ehe Witsel per Kopfball-Tor doch noch einmal für Spannung sorgte. Und Reus gelang in der Nachspielzeit gar der Ausgleich. dpa