Fußball

Fußball Mönchengladbachs neuer Trainer zieht Zwischenbilanz

Marco Rose kann mit Druck gut umgehen

Mönchengladbach.In seiner neuen Heimat am Niederrhein vermisst Marco Rose (Bild) außer seiner Familie eigentlich nur das alpine Panorama. „Das ist anders als in Österreich. Es gibt hier keine Berge“, sagte der neue Trainer des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach nach zwei intensiven Trainingswochen mit seinem neuen Team. Die Schnupperphase ist abgeschlossen, das erste Testspiel erfolgreich bewältigt, und nun soll von Sonntag an im Trainingslager am Tegernsee der neue Spielstil verfeinert werden.

Die Erwartungshaltung im Umfeld des Bundesliga-Fünften empfindet der neue Coach nicht als besondere Drucksituation. „Das ist für mich kein schwerer Rucksack, weil ich mich bewusst für diese Situation entschieden habe. Das ist für mich eine riesige Herausforderung, die ich auch mit aller Energie und Überzeugung angehe“, sagte Rose.

Im Club gibt man dem neuen Chefcoach Zeit. „Der Trainer ist kein Magier. Es kann schnell gehen, bis alle Rädchen greifen, vielleicht dauert es aber auch länger. Es wäre schön, wenn die Fans bereit sind und Bock darauf haben, diesen spannenden Prozess zu begleiten“, meinte Sportdirektor Max Eberl.

Rose, ehemaliger Bundesligaspieler, der als der begehrteste Trainer auf dem Markt aus Salzburg verpflichtet wurde, kommt gut an bei seinem neuen Arbeitgeber. Cool und gelassen, aber sehr ehrgeizig, mit deutlicher Ansprache und klaren Vorstellungen, ist der frühere Rechtsverteidiger in seine neue Aufgabe gestartet. „Die Eindrücke sind sehr positiv. Mir gefällt die Spielidee, das Training macht Spaß, auf dem Platz gibt es klare Ansagen“, sagte Gladbachs Mittelfeldspieler Christoph Kramer.

In bislang mehr als einem Dutzend Trainingseinheiten ist der Coach mit seiner Idee von einem neuen Spielstil schon weit gekommen. Bislang gibt es mit dem schnellen Anlaufen des Gegners und früher aggressiver Attacke keine Probleme im Team.

Immer wieder lange Erklärungen

„So mancher wäre überrascht, wenn er sieht, was da schon auf dem Platz passiert. Grundsätzlich sind alle Spieler bereit, da sind wir auf einem guten Weg“, befand Rose. Seine Ideen vermittelt der 42-Jährige nicht nur durch Kommunikation und Videomaterial, sondern auch durch immer wieder lange Erklärungen während der Übungseinheiten. Fehler dürfen passieren, wichtig sei für ihn, dass alle an das glauben, was das Trainerteam vorhat. „Es ist wichtig, miteinander zu reden, die Mannschaft soll überzeugt sein, wie wir spielen wollen“, sagte Rose.

Im Trainingslager wird der Kader noch nicht komplett sein. Eine Entscheidung hat der Trainer aber schon im Kopf. Der zur Zeit noch verletzte Lars Stindl soll wohl Kapitän bleiben. dpa