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Fußball Der Fehlstart beim VfB Stuttgart hängt auch damit zusammen, dass bisher keiner der Neuzugänge richtig eingeschlagen ist

Enttäuschende Hoffnungsträger

Archivartikel

Stuttgart.Der Stotterstart des VfB Stuttgart mit nur einem Punkt aus den ersten drei Bundesligaspielen liegt auch an den Neuzugängen – denn die haben die großen Hoffnungen bislang nicht erfüllen können. „Wir haben aber auch nie gesagt, dass es innerhalb eines Monats oder zwei Monaten getan ist. Das ist alles im Zeitplan“, beschwichtigte Trainer Tayfun Korkut vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf am Freitagabend (20.30 Uhr). „Es ist völlig normal, dass junge Spieler Zeit brauchen.“

Offensichtlich aber ist: Die von Fans, Medien und Beobachtern aufgestellte Rechnung „Rückrundenvizemeister“ plus „tolle und früh verpflichtete Neuzugänge“ plus „Vorbereitung ohne Niederlage“ gleich „überzeugender Saisonstart“ ging überhaupt nicht auf. Stattdessen steht Stuttgart mit drei Niederlagen aus vier Pflichtspielen auf Rang 16 der Tabelle und ist im Pokal schon draußen.

Auf Impulse von Routinier Gonzalo Castro und Rückkehrer Daniel Didavi, Tore von Sturmhoffnung Nicolás González und Schwung der Außenverteidiger Pablo Maffeo und Borna Sosa warten alle bislang vergebens. Von den maximal möglichen 1890 Minuten in der Bundesliga standen die sieben Neuzugänge 605 Minuten auf dem Platz. Das sind 32 Prozent der möglichen Spielzeit.

Korkut hält zu Castro

Castro stand als einziger Zugang bislang immer in der Startelf und war beim Pokal-Aus gegen Hansa Rostock noch ein Taktgeber und kluger Ballverteiler, verschwand in den Liga aber weitestgehend. Beim SC Freiburg stellte ihn Trainer Tayfun Korkut auf die ungewohnte Position im rechten Mittelfeld, wo er zuvor nur ein Bruchteil seiner inzwischen 361 Bundesligaspiele aktiv war. Zur Halbzeit musste er raus. Zweifel an dem Ex-Nationalspieler hat Korkut nicht: „Er hat in vielen Bundesligaspielen bewiesen, dass er das kann.“

Daniel Didavi saß in Mainz und gegen München gut eine Stunde lang auf der Bank und fehlte in Freiburg mit Problemen an der Achillessehne. Gestern trainierte er zwar teilweise mit der Mannschaft, ist für Freitag aber fraglich. Für den vom VfL Wolfsburg in seine Heimat zurückgekehrten Profi scheint es im bislang praktizierten System mit zwei Stürmern und ohne einen zentralen offensiven Mittelfeldspieler noch gar keine Position zu geben.

Bei Pablo Maffeo ist das Revier als Rechtsverteidiger dagegen klar definiert. Der von Manchester City geholte Spanier bekam zwei Chancen in der Startelf, wurde gegen Freiburg aber von Andreas Beck verdrängt. Dem 21-Jährigen fehlte es bei den ersten Auftritten an Handlungsschnelligkeit in der Defensive. Borna Sosa hat das Duell mit Emiliano Insua auf der linken Seite verloren und laboriert zudem an einer Blockade am Rücken. Druck auf den Argentinier aufbauen kann der 20 Jahre alte Kroate so erst mal auch nicht.

U-21-Europameister Marc Oliver Kempf ist in der Hierarchie der Innenverteidiger hinter Benjamin Pavard, Timo Baumgartl und Holger Badstuber derzeit nur die Nummer vier und zudem verletzt. Wie David Kopacz bleibt er deswegen erst mal bei null Spielminuten. Der 19 Jahre alte Kopacz ist allerdings schon von vornherein auch von Sportvorstand Michael Reschke am deutlichsten mit dem Label „Perspektivspieler“ versehen worden. Bleibt Angreifer González, der in drei Startelfeinsätzen zwar noch kein Tor schoss, aber mit Lauf- und Kampfbereitschaft überzeugte. Immerhin. dpa