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Fußball Wegen der steigenden Infektionszahlen sind bereits an diesem Wochenende vielerorts Zuschauer nicht mehr erlaubt / Auch Frankfurt verbietet Publikum

Corona-Situation belastet Bundesliga-Clubs erneut

Berlin.Die zweite Welle der Corona-Pandemie erfasst den deutschen Profifußball mit voller Wucht. Angesichts steigender Infektionszahlen im ganzen Land werden am Wochenende nur wenige Spiele in der Bundesliga und 2. Liga mit mehr als ein paar Hundert Zuschauern stattfinden. Zudem vermelden die Clubs nach– und wegen – der Länderspielpause weitere Corona-Fälle.

„Wir müssen gemeinsame Lösungen finden und die Nerven behalten“, sagte Borussia Mönchengladbachs Cheftrainer Marco Rose und mahnte: „Es geht ja nicht nur um uns. Es geht um das große Ganze und viele Hygienekonzepte in der Kultur, in der täglichen Arbeit und um das normale Leben. Wir sollten alles dafür tun, einen neuerlichen Lockdown zu vermeiden.“

In etlichen Städten stieg die Zahl der Corona-Fälle pro 100 000 Einwohner pro Woche über die kritische Marke 50. Ab einem Wert von 35 sollen eigentlich keine Zuschauer zugelassen werden, die Entscheidung treffen aber lokale Behörden vor Ort. Das führt zu unterschiedlichsten Voraussetzungen für das Wochenende.

So muss etwa Eintracht Frankfurt seine Heimspiele bis zum 31. Oktober ohne Publikum austragen. Dies teilte die Stadt am Donnerstag mit. Von den Maßnahmen betroffen ist zunächst nur das Spiel gegen Bremen an eben diesem 31. Oktober.

Das Spitzenspiel am Wochenende, Augsburg gegen Leipzig, findet vor leeren Rängen statt. Die Sachsen dürfen in der Champions League kommende Woche in Leipzig gegen Istanbul Basaksehir vor 8500 Zuschauer spielen. Die Stadt Mainz kippte unter der Woche derweil die Erlaubnis für 6800 Zuschauer bei der Partie am Samstag gegen Bayer Leverkusen. Nur 250 dürfen kommen.

Herthas Guendouzi positiv

Hertha BSC geht dagegen trotz stark steigender Fallzahlen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und einem Wert von mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern derzeit von etwa 4000 Zuschauern gegen Stuttgart aus. Immerhin: Der Verein will über den Stadionsprecher noch einmal daran erinnern, dass Gesänge verboten sind.

Der positive Test bei Neuzugang Mattéo Guendouzi nach dessen Reise zur französischen U21-Nationalmannschaft hat dabei keine Auswirkungen, weil er keinen Kontakt zur Mannschaft hatte. „Es war schon sehr kompliziert mit der Verpflichtung. Jetzt ist der ’Worst Case’ eingetroffen“, sagte Trainer Bruno Labbadia. Am Mittwoch verzeichnete auch Zweitligist Nürnberg zwei positive Test. Aus dem Ausland werden fast täglich neue Fälle gemeldet, zuletzt der von Cristiano Ronaldo.

In Deutschland stellt die sich zuspitzende Lage den Wert der von der Politik genehmigten Testphase für die Rückkehr der Zuschauer infrage, die eigentlich nach der kommenden Woche enden soll. Erlaubt ist bei niedrigen Werten die Auslastung der Kapazität von bis zu 20 Prozent.

„Für alle Fans, die jahrelang solchen Spielen entgegengefiebert haben, ist das sehr schade“, sagte Arminia Bielefelds Sportchef Samir Arabi vor der Partie gegen den FC Bayern am Samstag, die wenn überhaupt vor 300 Zuschauern steigen wird. Auch in Ostwestfalen stiegen die Zahlen zuletzt zu stark. dpa

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