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Fußball Bayern-Trainer Flick mit Zuversicht ins Supercup-Duell mit Dortmund / Münchner müssen auf verletzten Sané verzichten

Chance zur Frustbewältigung

Archivartikel

München.Eine klassische Saison-Ouvertüre ist der Supercup diesmal nicht, aber ein gewohnt brisantes Kräftemessen der Branchenriesen. Nach unerwarteten Liga-Pleiten wollen Serienchampion FC Bayern und Rivale Borussia Dortmund mit einem Titelgewinn umgehend die Chance zur Frustbewältigung nutzen. Hansi Flick zeigte sich zwei Tage nach dem Ende der imposanten Münchner Siegesserie schon wieder bester Laune, klatschte in die Hände und freute sich auf den ersten großen Fußball-Gipfel der noch jungen Saison.

„Normalerweise findet das Spiel vor der Saison statt. Das ist diesmal anders wie so vieles. Aber es ist immer ein absoluter Klassiker in Deutschland“, sagte der Erfolgstrainer. Aufgrund einer Kapselverletzung im Knie muss Flick jedoch mindestens zwei Wochen auf den verletzten Leroy Sané verzichten.

Wegen der Coronavirus-Pandemie findet das Duell zwischen Meister und Vizemeister an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF und DAZN) nicht nur später als üblich und nach dem zweiten Spieltag, sondern auch ohne Zuschauer statt. Am sportlichen Wert des in über 200 Länder übertragenen direkten Duells ändert das jedoch nichts. „Gegen Dortmund ist jedes Spiel wichtig und immer wieder eine Herausforderung“, betonte Ehrenpräsident Uli Hoeneß.

Reus sieht Signalwirkung

Nach Ansicht von BVB-Kapitän Marco Reus kann die Partie sogar eine Signalwirkung haben. „Wir müssen eine andere Mentalität an den Tag legen und versuchen, dieses Spiel zu gewinnen, weil es für uns auch wichtig ist für die nächsten Wochen“, sagte der vor der Rückkehr in die Startformation stehende Offensivmann.

Der Ärger bei Flick und Lucien Favre nach den Pleiten der Bayern in Hoffenheim (1:4) und der Borussia in Augsburg (0:2) wich mehr und mehr der Vorfreude. Der Münchner Trainer mochte sich im Vorfeld des deutschen Clásico, vor dem der Einsatz von David Alaba fraglich ist, nicht im Detail mit Spekulationen um weitere Neuzugänge befassen. Auch zu einer Ausleihe von Torhüter-Neuzugang Alexander Nübel äußerte er sich nicht.

„Warten wir bis zum 5. Oktober ab. Ich bin da sehr zuversichtlich“, sagte der 55-Jährige mit Blick auf mögliche Neue und den Transferschluss am Montag. Erstmal soll nach Triple und europäischem Supercup der fünfte Titel her. Die Club-WM als sechstes Championat steht dann noch aus.

Die Dortmunder sind nach drei zuletzt peinlichen Liga-Auftritten in München, bei denen sie 0:6, 0:5 und 0:4 untergingen, in der Bringschuld. „Die Spiele waren alle beschissen, das muss man einfach so sagen. Wir müssen giftiger sein und mit mehr Emotionen spielen“, forderte Reus. Mangelnde Reife, wie sie Schwarz-Gelb in Augsburg offenbarte, darf beim Dauerbrenner im vor zehn Jahren wieder eingeführten Supercup keine Rolle spielen. „Das ist ein Prestigeduell, das allein aufgrund der Paarung seinen Reiz hat“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Der in Hoffenheim sichtbare Kräfteverschleiß der Münchner Champions veranlasst Flick nicht zur Sorge. Keiner habe um eine Pause gebeten, berichtete der Coach, der sich „nullkommanull“ müde fühlt. Seine Stars nehmen die Herausforderung an. „Wir müssen einen positiven Umgang für die Saison entwickeln“, sagte Kapitän Manuel Neuer. Anders als in Hoffenheim bei der ersten Niederlage seit Dezember 2019 wird Robert Lewandowski in die Startformation zurückkehren.

Das Duell des 32-Jährigen mit dem in Augsburg gestoppten Erling Haaland steht im Fokus. Lewandowski ist mit fünf Toren Supercup-Rekordschütze. „Für mich ist Lewy der weltbeste Mittelstürmer“, sagte Flick. Der 20 Jahre junge Haaland sei „auf einem sehr guten Weg, einer der besten Stürmer zu werden“. Dynamik und Gier nach Toren seien herausragend. Nicht nur für Haaland, sondern auch für die anderen Dortmunder Jungspunde wie Giovanni Reyna (17), Jude Bellingham (17) oder Jadon Sancho (20) steht eine Reifeprüfung an. „Es ist ein schönes Gefühl, wo wir selber stehen, wenn wir gegen die vermeintlich beste Mannschaft Europas oder der Welt spielen“, sagte Reus. dpa

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