Fußball

Fußball Dortmund geht als haushoher Favorit ins Revierderby gegen Schalke 04

BVB vor ultimativem Charaktertest

Dortmund/Gelsenkirchen.Die Stimmung bei der Dortmunder Fanclub-Weihnachtsfeier war prächtig. Das lag nicht nur daran, dass Stars wie Marco Reus, Axel Witsel und Paco Alcácer auf der Stammtisch-Ebene des heimischen Stadions Bier für die über 1400 Besucher zapften. Darüber hinaus trug der famose Saisonstart der Borussia zur guten Laune bei. Den Kontakt am Tresen nutzten viele Delegierte, um ihre Lieblinge auf das Revierderby in der Fußball-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr) einzuschwören. „Es gibt zwei Spiele in der Saison, die besonders wichtig sind“, kommentierte BVB-Kapitän Reus die Forderungen des Anhangs nach einem Sieg beim Erzrivalen FC Schalke 04.

Das seit jeher prestigeträchtige Duell wird für den in den ersten 13 Bundesligaspielen ungeschlagenen Tabellenführer zum ultimativen Charaktertest. Was es heißt, diese Partie nicht mit der nötigen Leidenschaft anzugehen, bekamen die Borussen noch im vergangenen April zu spüren. „Kein Wille, keine Leidenschaft, kein Mut – keine Mannschaft! Niemand verkörpert Borussia Dortmund so wenig wie ihr!“, stand auf einem Spruchband, mit dem die Fans auf der Dortmunder Südtribüne ihren Unmut über den seelenlosen Auftritt ihrer Mannschaft wenige Tage zuvor beim 0:2 in Gelsenkirchen zum Ausdruck brachten.

Abstand so groß wie noch nie

Abwehrchef Manuel Akanji ist guter Dinge, dass sich der BVB diesmal besser verkauft: „Wir wissen, dass wir es in der letzten Saison nicht gut gemacht haben, und wollen zeigen, dass wir es besser können.“ Anders als damals rangiert Königsblau in der Tabelle diesmal nicht vor Schwarz-Gelb, sondern 19 Punkte dahinter. So groß war der Abstand vor einem Hinrundenduell beider Teams noch nie.

Das sorgt in Dortmund zwar für Genugtuung, macht die Aufgabe nach Meinung von Michael Zorc aber nicht einfacher. „Schalke hat die Möglichkeit, mit einem Spiel sehr viel wieder zurechtzurücken. Das müssen wir wissen“, sagte der BVB-Sportdirektor den „Ruhr Nachrichten“ mit Blick auf den durchwachsenen Saisonstart des Gegners. Ähnlich sieht es Mittelfeldspieler Thomas Delaney: „Schalke könnte in der 2. Liga spielen – dann wäre es immer noch ein schwieriges Spiel.“

Der Höhenflug soll nicht ausgerechnet im Revierderby zu Ende gehen. Mit einem Sieg wäre die Herbstmeisterschaft greifbar nahe. Zur Freude von BVB-Coach Lucien Favre meldeten sich mit Christian Pulisic, Marcel Schmelzer, Marius Wolf und Akanji vier Profis gesund zurück.

Die Personalsorgen beim FC Schalke sind ungleich größer. So muss Trainer Domenico Tedesco ohne seine Offensivkräfte Mark Uth, Breel Embolo, Franco Di Santo und Cedric Teuchert planen. Nicht zuletzt deshalb hofft der Coach inständig auf den Einsatz der angeschlagenen Angreifer Guido Burgstaller (Achillessehne) und Steven Skrzybski (Hämatom im Brustmuskel).

Ungeachtet der anhaltenden Verletzungssorgen gab Christian Heidel vor dem 153. Pflichtspielderby gegen den BVB ein klares Ziel aus: „Wir wollen mit allen Mitteln versuchen, Dortmund die erste Niederlage beizubringen.“

Zum Thema