Fußball

Fußball Relegationsspiel Kiel gegen Wolfsburg ist ein Duell der Gegensätze / Einigung mit der DFL

70 gegen 6,2 Millionen Euro

Wolfsburg.Fußball-Zweitligist Holstein Kiel darf im Falle eines Aufstieges in die 1. Bundesliga doch in seinem eigenen Stadion spielen. Die Deutsche Fußball Liga erteilte dem Tabellen-Dritten der 2. Liga nach Angaben vom Mittwochabend eine Ausnahmegenehmigung, die an Auflagen geknüpft ist. Kiel spielt noch in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg um den Aufstieg in Liga eins (Hinspiel in Wolfsburg heute, 20.30 Uhr). Das Rückspiel findet am Pfingstmontag (20.30 Uhr) in Kiel statt.

Holstein habe umfangreiche Zusagen gegenüber der DFL gemacht, teilte diese mit. Zuvor hatte die DFL eine Ausnahmegenehmigung noch abgelehnt. Der Lizenzierungsausschuss der DFL befasste sich nun aber noch einmal mit neuen Unterlagen, die Kiel kurzfristig eingereicht habe. Unter anderem wolle der Club bis Ende Oktober durch eine Zusatztribüne die erforderliche Kapazität von 15 000 Zuschauerplätzen im Holstein-Stadion ermöglichen. Im kommenden Sommer solle eine neue Tribüne vollständig fertiggestellt sein. Dann könne das Stadion 18 400 Menschen fassen und 9060 Sitzplätze beinhalten.

Wenn die Norddeutschen die angekündigten Maßnahmen nicht umsetzen, kann die DFL die Ausnahmegenehmigung wieder entziehen. Deshalb muss Kiel, das erst im Vorjahr in die Zweite Liga aufgestiegen war, ein Ausweichstadion benennen, in dem es auch in der Bundesliga spielen könnte. Unter anderem soll der Club Baupläne, Baugenehmigungen und ein Finanzierungskonzept nachweisen.

Labbadia redet Holstein groß

Selten zuvor waren die Unterschiede in der Bundesliga-Relegation dabei so groß wie jetzt. Dennoch zittert der mit rund 70 Millionen Euro pro Saison von Volkswagen unterstützte Fußball-Bundesligist vor dem Zweitliga-Dritten mit einem Etat von 6,2 Millionen Euro. „Für die ist es das größte Highlight der Saison“, sagte Wolfsburgs Kapitän Paul Verhaegh. „Sie haben etwas sehr Schönes geschafft. Die können nur gewinnen, wir alles verlieren.“

Vor einem Jahr war Kiel noch Drittligist, Wolfsburg rettete sich da bereits erst in den Relegationsspielen gegen den Nachbarn Eintracht Braunschweig. Zwei Trainerwechsel später droht nun erneut der erste Bundesliga-Abstieg. „Wir brauchen wirklich eine Top-Leistung, um als Sieger vom Platz zu gehen“, sagte VfL-Coach Bruno Labbadia. Fast schien es so, als wolle der dritte Wolfsburger Trainer in dieser Saison Holstein sogar zum Favoriten machen.

„Man merkt, dass die Mannschaft schon länger zusammen spielt. Die Automatismen stimmen. Holstein Kiel hat Qualität. Das ist eine eingespielte Truppe. Das können wir gar nicht sein“, meinte Labbadia, lenkte dann aber irgendwann selbst ein und gestand: „Wir sind der Bundesligist, und wir nehmen die Favoritenrolle an.“

Zum Thema