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Finanzen Vermögenswirksame Leistungen können Beschäftigte auf unterschiedliche Art Anlegen

Wenn der Chef beim Sparen hilft

Hamburg.Viele Arbeitgeber helfen ihren Beschäftigten beim Sparen. Denn neben Lohn oder Gehalt gibt es vom Chef oft noch Extra-Geld: Vermögenswirksame Leistungen (VL). „Je nach Branche und Region geht es um bis zu 40 Euro im Monat“, sagt Helena Klinger vom Institut für Finanzdienstleistungen (iff).

Vermögenswirksame Leistungen können Arbeitgeber freiwillig zahlen oder sie sind per Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung dazu verpflichtet. Den jeweiligen Betrag überweist der Arbeitgeber direkt in eine vom Arbeitnehmer bestimmte Sparanlage. Regulär zahlt der Arbeitgeber sechs Jahre lang ein, im siebten Jahr ruht das Geld. Nach Ablauf der Frist können Beschäftigte die Sparanlage auflösen oder teils selbst einzahlen. „Wer das nicht nutzt, verspielt die Chance, in sechs bis sieben Jahren einen mittleren Betrag anzusparen“, sagt Juliane Weiß vom Bundesverband deutscher Banken.

Wie also vorgehen? Wer bislang keine VL bekommt, sollte ihre Firma fragen, ob es das Extra gibt. Ist dies der Fall, gilt es einen Sparvertrag nach Wahl abzuschließen. Diese Möglichkeiten gibt es:

Bausparvertrag: Wer ein Haus bauen, eine Wohnung kaufen oder seine Immobilie sanieren möchte, für den bietet sich ein Bausparvertrag an. Der Nachteil: Für die Einzahlungen gibt es relativ wenig Zinsen. Allerdings sichert sich der Sparer einen günstigen festen Zins für ein späteres Darlehen. Bei Bausparverträgen ist auch ein Darlehensverzicht möglich. In dem Fall wird das Guthaben ausgezahlt. „Mitunter stocken einige Anbieter bei einem Darlehensverzicht den niedrigen Guthabenzins durch einen Bonus oder einen Bonuszins auf“, berichtet Klinger. Wer den Ertrag aus einem Bausparvertrag doch nicht zur Finanzierung einer Immobilie nutzen möchte, kann den Anspruch auf das zinsfeste Darlehen an einen Angehörigen weitergeben. „Die Übertragung liegt zwar im Ermessen der Bausparkasse, doch in der Regel stimmt diese zu“, sagt Weiß.

Banksparplan: Wer auf Sicherheit setzen will, liegt mit einem Banksparplan für ihre VL richtig. Sechs Jahre lang fließt das Geld auf das VL-Konto, dann ruht der Vertrag ein Jahr. „Es gibt einen Basiszins und zusätzlich am Ende der Laufzeit in aller Regel eine Prämie“, erklärt Klinger. Der Vorteil: Ein Minus wie bei Aktienfonds ist nicht möglich. Der Nachteil: Die Zinsen sind überschaubar.

Wertpapiersparen: „Wer sich für einen Wertpapier-Sparplan entscheidet, kann von hohen Renditen profitieren“, erklärt Weiß. Wie beim Banksparplan fließt der VL-Betrag sechs Jahre in den Vertrag, ein Jahr ruht er dann. „Ein Sparplan auf globale Aktien ist eine Chance, um durchschnittlich zehn Prozent Rendite zu erzielen – so sieht die Entwicklung der vergangenen Jahre aus“, so Weiß. Aber eine Garantie für die Zukunft gebe es natürlich nicht, so die Sprecherin des Bankenverbands. „Klar muss Arbeitnehmern bei dieser Sparoption sein, dass es am Aktienmarkt ein ständiges Auf und Ab gibt“, betont Klinger. Sind die Kurse nach Ablauf der sieben Jahre niedrig, kann es sich rechnen, auf eine Kurserholung zu warten.

Tilgungsoption: Arbeitnehmer können VL-Leistungen auch dazu nutzen, bereits vorhandene Bauspar- und Bankdarlehen zu tilgen. Bei dieser Variante bekommt der Kreditnehmer die VL-Beträge auf sein eigenes Konto überwiesen. Die Bank bestätigt schriftlich, dass der Arbeitnehmer mit den VL-Leistungen seine Schulden tilgt. Dieses Schreiben legt der Beschäftigte seinem Arbeitgeber vor. „Es ist aber auch möglich, die VL-Leistungen direkt auf das Darlehenskonto überweisen zu lassen“, erklärt Weiß. Bei Bauspardarlehen ist das oft kein Problem, da Kreditnehmer in aller Regel eine Sondertilgungsoption haben. Bei laufenden Hypothekendarlehen sollten Verbraucher mit ihrer Bank sprechen. tmn