Familie und Erziehung

Urteil Gemeinsames Sorgerecht abgelehnt

Wohl des Kindes an erster Stelle

Archivartikel

Bremen.Lehnt ein Kind das von einem Elternteil beantragte gemeinsame Sorgerecht ab, kann das von ausschlaggebender Bedeutung sein. In die Entscheidung darüber fließt auch das subjektive Empfinden des Kinds mit ein und der Umgang des Elternteils damit. Das hat das Hanseatische Oberlandesgericht Bremen entschieden, wie die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilt.

In dem verhandelten Fall lebt der Sohn nach seiner Geburt 2005 bei seiner Mutter, die das alleinige Sorgerecht hat. Ende 2015 beantragte der Vater das gemeinsame Sorgerecht. Ohne Erfolg. Eine Übertragung der elterlichen Sorge auf beide Eltern widerspräche dem Kindeswohl. Zwischen ihnen bestehe ein tiefgreifender Konflikt, der sich belastend auf das Kind auswirke.

Sohn stört Verhalten des Vaters

Die Richter hoben hervor, dass der Sohn das gemeinsame Sorgerecht ablehne. Der Junge habe auch Bedenken, weil sich sein Vater mit dessen Freundin streite. Außerdem störe er sich daran, wie sein Vater die im Haushalt lebende Katze behandele.

Daran ändere auch der Hinweis des Vaters nichts, er halte seine Katze artgerecht und die Auseinandersetzung mit seiner Lebensgefährtin habe sich nicht so abgespielt, wie sein Sohn das geschildert habe. Die Richter betonten, es gehe nicht nur um das, was objektiv geschehen sei, sondern auch darum, wie der Vater auf die Wahrnehmung des Kinds reagiere. Dieser widerspreche er zunehmend. Damit löse er die Vorbehalte des Jungen nicht auf. tmn