Familie und Erziehung

Verbraucherschutz Stiftung Warentest prüft zwölf Buggys

Nur zweimal Note „gut“

Berlin/Münster.Ein hoher Preis sagt nicht unbedingt etwas über die Qualität eines Buggys aus. Das zeigt ein aktueller Test der Stiftung Warentest. Nur zwei Modelle schnitten mit „gut“ ab – der Testsieger gehört mit einem Preis von 180 Euro zu den günstigeren Modellen im Test. Drei Buggys fielen durch, weil Bezüge, Griff oder Regenhaube Schadstoffe enthielten. Sie wurden mit „mangelhaft“ bewertet. Kriterien für die Tester waren unter anderem, wie gut die Lehne den kindlichen Rücken stützt oder wie weit sie sich zurückklappen lässt, wenn es schläft.

Wie lange Kinder im Buggy kutschiert werden können, hängt den Testern zufolge auch vom Modell ab. In manchen sitzen Kinder schon ab zweieinhalb Jahren nicht mehr bequem, andere bieten bis nach dem dritten Geburtstag Platz. Generell sollten Kinder erst im Buggy Platz nehmen, wenn sie frei sitzen können, sagt Professor Robert Rödl, Vorsitzender der Vereinigung für Kinderorthopädie (VKO) von der Uniklinik Münster.

Kompromisse im hektischen Alltag

Wie oft und wie lange sie ihre Eltern dann sitzend begleiten, das sei ganz unterschiedlich. „Buggyschäden gibt es jedenfalls nicht“, stellt Rödl klar. Angst davor, dass ihr Kind womöglich nie laufen wird, müssen Eltern gesunder Kinder ebenfalls nicht haben. „Die meisten wollen irgendwann nicht mehr im Buggy sitzen.“ Darauf sollten Eltern dann auch hören. In der Zwischenzeit sei es sinnvoll, den Buggy anzubieten, aber nicht aufzuzwingen, sagt Rödl. „Ein Kind, das müde ist und nicht mehr laufen mag, darf natürlich sitzen.“ Eines, das gern läuft, sollte das auch dürfen. An Grenzen stößt dieses System mitunter in einem stressigen Alltag – wo Eltern mit Kind schnell von A nach B müssen. „Da gilt es, Kompromisse zu finden“, rät der Experte. Wenn kleine Kinder laufen, brauchen sie dafür nämlich Zeit. Und man muss bedenken, dass sie drei Schritte machen, wo Mutter und Vater nur einen machen. „Überlegen Sie, ob sie die dreifache Strecke auch laufen würden. Wenn nicht, muss man das auch dem Kind nicht unbedingt abverlangen.“

Für eine entspannte Armhaltung ist den Experten zufolge auch entscheidend, dass Eltern das Gefährt aufrecht gehend schieben können. Ideal sind der Stiftung Warentest zufolge Modelle mit höhenverstellbaren Griffen. Wer größer als 1,80 Meter ist, stößt auch da mitunter an Grenzen. Dann lohnt es sich, ein besonders hohes Modell zu kaufen.

Insgesamt schnitten im Test die Modelle Litetrax 4 von Joie (180 Euro) und Pace von iCoo (299 Euro) am besten ab. Die Tester nahmen zwölf Modelle unter die Lupe. tmn