Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Gemeinderat steht mit der Wahl am Sonntag vor einem Umbruch / Linke tritt erstmals an

Einzug einer fünften Kraft gilt als sicher

Archivartikel

Rund 11 100 Bürger sind am Sonntag in Edingen-Neckarhausen dazu aufgerufen, einen neuen Gemeinderat zu wählen. 2650 davon hatten bis Donnerstagnachmittag bereits Briefwahl beantragt, das sind rund 23,9 Prozent. Neben den bereits im Rat vertretenen Parteien CDU, Unabhängige Bürgerliste (UBL/FDP-FWV) und Offener Grüner Liste (OGL) kandidiert erstmals auch die Partei Die Linke. Ihr Einzug an den Ratstisch gilt als sicher.

Bei der Wahl vor fünf Jahren hatte es die UBL geschafft, die SPD hinter sich zu lassen und zur zweitstärksten Kraft im Rathaus zu werden. Ihr erklärtes Ziel ist es, einen weiteren Sitz hinzuzugewinnen. Gelänge ihr dies, dann würde sie mit der CDU gleichziehen. Unabhängig vom Ausgang der Wahl stehen schon jetzt personelle Veränderungen fest. So treten der UBL-Fraktionsvorsitzende Hans Stahl, die SPD-Gemeinderäte Wolfgang Jakel und Irene Daners und der langjährige Grünen-Gemeinderat Gerd Brecht nicht mehr an.

In der OGL hatte es bereits in den vergangenen fünf Jahren einen grundlegenden Umbruch gegeben. Uli Wetz kehrte der Fraktion Ende 2015 den Rücken und schied im vergangenen Jahr aus gesundheitlichen Gründen ganz aus. Der junge Max Brummer musste sein Mandat im Jahr 2016 studienbedingt abgeben, Angela Stelling schied im Oktober 2018 aus gesundheitlichen Gründen ebenfalls vorzeitig aus. Damit ist Gerd Brecht der einzige Gemeinderat der OGL, der die gesamte Wahlperiode über sein Mandat behielt. Bei der CDU trat Andreas Hauck im Oktober 2017 zurück, Florian König rückte nach.

Was das Wahlziel angeht, so hielt sich SPD-Spitzenkandidat Thomas Zachler im Vorfeld bewusst zurück. Die Sozialdemokraten sind mit fünf Mandaten vertreten. Klaus Merkle von der UBL hingegen formulierte: „Wir würden uns über einen siebten Sitz schon freuen.“ Für die CDU sagte der Vorsitzende der sieben Mitglieder starken Fraktion, Bernd Grabinger: „Wir wollen noch einen Sitz hinzugewinnen.“ Thomas Hoffmann von der OGL wagte sich noch weiter vor: „Wir hoffen, dass wir schon ein oder zwei Sitze im Gemeinderat zulegen.“ Für die Linke formulierte Edgar Wunder zwei Sitze als realistisches Ziel. Zu vergeben sind insgesamt allerdings nur 22 Mandate.

Bis die Bürger wissen, wie der neue Gemeinderat aussieht, müssen sie sich etwas gedulden. Die Kommunalwahl wird erst im Laufe des Montags ausgezählt, die Ergebnisse werden ab etwa 13 Uhr im Bürgersaal des Rathauses fortlaufend präsentiert. Endgültig feststellen muss der Gemeindewahlausschuss das Resultat. Er tagt am Dienstag, 28. Mai, um 18 Uhr im Rathaus.