BASF

Chemiekonzern BASF

BASF rechnet mit schwierigem dritten Quartal

Archivartikel

Ludwigshafen.Die Corona-Krise und eine schwache Nachfrage der Autoindustrie belasten weiterhin die Geschäfte des Chemiekonzerns BASF. "Nach wie vor ist die Corona-Pandemie eine große Herausforderung für uns alle", sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller bei Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal am Mittwoch in Ludwigshafen. Angesichts der anhaltend hohen Unsicherheit der wirtschaftlichen Entwicklung gibt BASF weiterhin keine Ziele für das Gesamtjahr 2020 aus.

Das Unternehmen rechnet im laufenden dritten Quartal mit keiner wesentlichen Verbesserung beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen gegenüber dem zweiten Jahresviertel. BASF begründete dies mit einer im August generell niedrigeren Nachfrage und der Saisonalität des Agrargeschäfts. Der Dax-Konzern hatte bereits Eckdaten zum zweiten Quartal vorgelegt.

Im Zeitraum April bis Juni schrumpfte der Umsatz wie bereits bekannt im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Der Konzern führte dies vor allem auf einen Nachfrageeinbruch aus der Automobilindustrie zurück. Besser lief es für BASF hingegen im Geschäft mit Aromainhaltsstoffen, Pharma und Humanernährung. Auch die Pflanzenschutzmittel- und Saatgut-Sparte entwickelte sich etwas besser.

Unter dem Strich entfiel auf die Anteilseigner der BASF auch wegen Abschreibungen auf die Beteiligung Wintershall Dea infolge des Ölpreisrutsches ein Verlust von 878 Millionen Euro. Hier hatte vor einem Jahr dank eines Buchgewinns im Zusammenhang mit der Zusammenführung des Öl- und Gasgeschäfts der Tochter Wintershall mit dem Rivalen Dea noch ein dickes Plus von fast 6 Milliarden Euro gestanden.

Bereits vor der Corona-Krise hatte Brudermüller ein Sparprogramm aufgesetzt, um den Konzern profitabler zu machen. Die geplante Streichung von 6000 Stellen wurde bereits im April um ein Jahr auf Ende 2020 vorgezogen. Rund 3000 Stellen davon sollen in Deutschland wegfallen, den Löwenanteil trägt das Stammwerk Ludwigshafen. 2019 hatte das Unternehmen weltweit bereits 3100 Jobs abgebaut. Am Standort Ludwigshafen verringerte sich die Zahl der Mitarbeiter der BASF SE - im Vergleich zum Juni 2019 - um rund 1000 Stellen auf 34309. Die Belegschaft in Ludwigshafen ist aufgrund einer Standortvereinbarung bis Ende 2025 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Der Stellenabbau läuft vor allem über Abfindungen, Zurückhaltung bei Neueinstellungen und Pensionierungen. Brudermüller räumte allerdings ein, dass die Mitarbeiter wegen des schwierigen Arbeitsmarks derzeit weniger bereit sind, auf Abfindungsangebote einzugehen.

Deutschlandweit sind aktuell 4300 Mitarbeiter in Kurzarbeit, 200 davon in Ludwigshafen. Betroffen sind vor allem Standorte, die an die Automobilindustrie liefern. 

Unterdessen soll der Verkauf der Bauchemie-Sparte im dritten Quartal und der des Pigmentgeschäfts im vierten Quartal abgeschlossen werden - vorausgesetzt es liegen alle kartellrechtlichen Zustimmungen vor, teilte BASF mit. Das Unternehmen sieht keine wesentlich erhöhten Risiken für den Abschluss der Transaktionen aufgrund der Corona-Pandemie, hieß es weiter. (mit dpa)