Auto

Voll in die weiße Wand

Archivartikel

Es passiert blitzschnell. Gerade noch herrscht gute Sicht. Doch dann kommt die Nebelwand - und alles ist weiß. Diese Situation ist in der kalten Jahreshälfte nicht selten - und höchst riskant. Davon zeugen mehr als 500 schwere Nebelunfälle pro Jahr.

"Tückisch am Nebel ist, dass er die Wahrnehmung der Fahrer täuscht", so der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR). Die eigene Geschwindigkeit werde falsch eingeschätzt, das Scheinwerferlicht in alle Richtungen gestreut. Dadurch könnten Entfernungen nicht mehr richtig eingeschätzt werden, andere Fahrzeuge und Objekte erschienen weiter entfernt als sie tatsächlich seien.

Was also tun? "Bei den ersten Anzeichen von Nebel muss die Geschwindigkeit deutlich gedrosselt und den Sichtverhältnissen angepasst werden. Das heißt, wenn ich eine Sichtweite von 50 Metern habe, darf ich nicht schneller als 50 km/h fahren", so DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner.

Als Orientierungshilfe auf Autobahnen und Landstraßen dienen die Leitpfosten, die meist im 50-Meter-Abstand aufgestellt sind. Außerdem wichtig: Der Abstand zum Vordermann muss deutlich größer sein als bei klaren Sichtverhältnissen. Gefährlich ist es, sich an den Rücklichtern des Vordermanns orientieren - das verleitet zu schnellem Fahren und kann der Auslöser von Massenkarambolagen sein.

Bei Nebel muss auch tagsüber das Abblendlicht eingeschaltet werden. Der DVR: "Die Nebelschlussleuchte darf erst dann eingesetzt werden, wenn die Sichtweite unterhalb von 50 Metern liegt."