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Test Renault Grand Scénic TCe 160 Mit der Bose Edition bieten die Franzosen Luxus, wie er sonst nur in Modellen der gehobenen Klasse zu finden ist

Viel Platz im markanten Blechkleid

Gute Rundumsicht, Sitzkomfort, eine umfassende Sicherheitsausstattung und jede Menge Platz zeichnen den Renault Grand Scénic aus. Und das alles zu einem interessanten Preis.

Renault hat die neue Generation seines Kompakt-Vans Grand Scénic im Design kräftig überarbeitet. Durch ein die Front beherrschendes Marken-Emblem, kräftige Einbuchtungen und Knicke sowie vertikale Heckleuchten mit 3D-Effekt ist ein auffälliges Blechkleid entstanden, das die eigentliche Kastenform kaschieren soll. Weniger wäre vielleicht mehr gewesen, aber zumindest unterscheidet sich das Auto so deutlich von vergleichbaren Modellen anderer Hersteller. Typisch für den Franzosen sind die weit nach vorne gezogene, dreigeteilte Panorama-Windschutzscheibe und die 20 Zoll großen Räder mit verhältnismäßig schmalen 195 Millimetern Breite.

Mit der Bose Edition blickt Renault auf Modelle der gehoben Klasse, was nicht nur am Bose-Surround Sound-System und an der Massagefunktion des Fahrersitzes deutlich wird.

Nähert man sich dem Fahrzeug, aktivieren sich das Tagfahrlicht, die Rücklichter und die Deckenleuchte innen. Gleichzeitig klappen die Außenspiegel aus, und die Blinker zeigen an, dass die Türen entriegelt sind, während im Innenraum die Ambiente-Beleuchtung erstrahlt. Das ist praktisch, gerade bei Dunkelheit. Dagegen wirkt die optische und akustische Begrüßung eher aufdringlich.

Hat man auf den gut ausgeformten Sitzen Platz genommen, präsentiert sich der Wagen mit wertig anmutenden Materialien. Das Armaturenbrett wirkt modern, wenngleich manches ein wenig überdimensioniert anmutet. Das Kombiinstrument liegt direkt im Blickfeld des Fahrers. Zentrales Element ist das multifunktionale Tacho-Display in TFT-Technik (Serie für Bose Edition), dessen Anzeige individuell konfigurierbar ist. Fünf Farben der Ambiente-Beleuchtung und vier Designs stehen zur Wahl. Wenig Spaß macht das überdimensionierte „R-Link 2“ genannte Infotainmentsystem (Serie in Bose Edition), das leider nicht intuitiv zu bedienen ist. Manche Steuerung wirkt umständlich, ist zeitraubend und fordert zuviel Aufmerksamkeit.

Wie Espace, Kadjar, Koleos, Talisman, Mégane und Scénic baut der Grand Scénic auf dem modularen Common-Module-Family-Baukasten der Renault-Nissan Allianz auf. Mit diesen Modellen teilt sich der Kompakt-Van eine Vielzahl an Technikbausteinen. Neben dem multifunktionalen Tacho-Display zählt auch das optionale Head-up-Display mit farbiger Darstellung dazu, das man sich unbedingt gönnen sollte. Relevante Fahrdaten und Informationen werden auf eine Scheibe an der Oberseite des Instrumententrägers und damit direkt ins Sichtfeld des Fahrers projiziert. Die Straße bleibt immer im Blick.

Praktisch sind die verschiebbare Mittelkonsole und die zahlreichen Staufächer. Besonders das sogenannte Easy-Life-Schubfach (Serie für Bose Edition) überzeugt auf Anhieb. Es öffnet auf Knopfdruck automatisch im Stil einer Schublade, ist gekühlt und verfügt über eine LED-Beleuchtung.

Wie es sich für einen Kompakt-Van gehört, bietet der Grand Scénic im Innenraum reichlich Platz für alle Insassen, zumindest wenn das Auto mit nicht mehr als fünf Personen besetzt ist. Dass in der dritten Reihe gewisse Einschränkungen warten, liegt in der Natur der Sache. Die Länge von 4,64 Metern und die Höhe von 1,87 Metern garantieren ein sehr großzügiges Raumgefühl.

Das gilt auch für die Ladekapazität. Je nach Sitz-Konfiguration fasst das Gepäckabteil des Renault bei Beladung bis zur Fensterkante 718 bis 1901 Liter. Da bleiben beim Bepacken fast keine Wünsche offen, zumal sich per Knopfdruck die zweite und dritte Sitzreihe schnell umklappen lassen, so dass eine große, fast ebene Ladefläche entsteht. Wird zusätzlich noch die Rückenlehne des Beifahrersitzes vorgeklappt (Serie für Bose Edition, Option für Limited), steht eine Ladelänge von über 2,8 Metern zur Verfügung. Damit passen selbst Surfboards und andere Sportausrüstung ins Fahrzeug. Lediglich das Entfernen der Kofferraumabdeckung könnte einfacher gehen.

Das Fahrverhalten des Grand Scénic ist komfortabel, ohne schwammig zu wirken. Die Lenkung könnte etwas direkter sein, die Schaltung ist präzise. Der offizielle Normverbrauch ist mit sechs Litern pro 100 Kilometer angegeben, 7,1 Liter waren es im Test. Unterstützt wird der Fahrer von zahlreichen Helfern. Bereits das Basismodell Limited bietet serienmäßig Tempopilot mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Verkehrszeichenerkennung und Fernlichtassistent. Die Bose Edition verfügt zusätzlich über eine Müdigkeitserkennung, einen Spurhalte-Warner und eine Einparkhilfe vorne und hinten. Einen Easy-Park-Assistent für teilautomatisches Einparken gibt es optional.

Wer auf manchen Luxus, den die Bose Edition bietet, verzichten kann, kommt auch günstiger in den Genuss von ausreichend Platz für Familie und Freizeit. In der Ausstattungsvariante Limited ist das Auto ab 25 190 Euro zu haben. Angetrieben wird es dann von einem Benzinmotor mit 85 kW.