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Test Kia XCeed 1.6 GDI PHV DCT Parallelhybridsystem ermöglicht rund 50 Kilometer rein elektrische Reichweite / Sportlich-schickes Design

Lifestyle-Crossover mit Elektro-Antrieb

Nagelneu, aber total routiniert: Der neue Crossover aus der Ceed-Familie von Kia ist jetzt auch mit Stecker zu haben. Der XCeed Plug-in Hybrid schafft immerhin gut 50 Kilometer rein elektrisch.

Der XCeed kann auch elektrisch. Kia macht bei seiner erfolgreichen Modellfamilie so ziemlich alles möglich, was die Antriebskonzepte-Box aktuell hergibt. Die Plug-in Hybrid-Version ist eine echte Bereicherung – familienintern, aber auch für das gesamte Crossover-Segment. Denn die Mischung aus Lifestyle-Design, Komfort, Platzangebot, Leistung und Ökonomie ist fein abgestimmt. Was den sportlich-schicken XCeed mit Akku und Ladekabel sicher weit oben auf der Favoritenliste vieler Neukunden erscheinen lässt. Selbst der Preis schockiert nicht. Ab 35 000 Euro ist das Modell zu haben. Zuschüsse und Prämien noch nicht eingerechnet.

Entworfen wurde der XCeed wie alle Varianten der dritten Ceed-Generation im europäischen Kia-Designzentrum in Frankfurt. Die Plug-in-Version des Crossover zeigt das gleiche Design wie die konventionell angetriebenen Modelle, ist aber an einigen Details leicht zu erkennen. Dazu gehören der geschlossene Kühlergrill mit Wabendesign, die Ladeklappe im linken vorderen Kotflügel, das spezielle Design der serienmäßigen Leichtmetallfelgen und das „Eco Plug-in“-Logo am Heck. Und natürlich das „E“ ganz rechts auf dem Kennzeichen.

Zur sportlichen Seitenansicht des XCeed trägt die relativ lange Motorhaube bei. Sie geht schwungvoll in die A-Säulen über, deren Basis hinter den Vorderrädern liegt. Während der Radstand dem der anderen Ceed-Modelle entspricht, wurden die Karosserieüberhänge gegenüber der Schrägheckversion verlängert: vorne um 25 Millimeter, hinten um 60 Millimeter. Die Dachlinie fällt zum Heck hin auffällig stark ab. Markant und individuell sind zudem sowohl Front- als auch Heckpartie gestaltet. Am auffälligsten sind hier die neugestalteten Scheinwerfereinheiten.

Prunkstück bleibt bei dieser Modellvariante aber der Antrieb: Das ausgefeilte Parallelhybridsystem des XCeed Plug-in Hybrid ist auf dem neuesten Stand der Technik und muss sich auch in Sachen Kraftentfaltung nicht verstecken. Mit einer Systemleistung von 141 PS kombiniert es einen 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer (105 PS) und einen 44,5-kW-Elektromotor (60,5 PS) mit einem gut abgestimmten und tadellos arbeitenden Sechs-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe.

Der hybride XCeed beschleunigt in elf Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 193 km/h, was mehr als ausreichend ist. Die Modell-Ausführungen mit 16-Zoll-Rädern begnügen sich laut Kia im kombinierten Verbrauch mit 1,2 Liter Benzin und 10,7 Kilowattstunden Strom pro 100 Kilometer. Nach zwei Wochen Praxistest scheinen diese Werte nicht aus der Luft gegriffen. Zwar hängt der Verbrauch gerade beim hybriden Betrieb naturgemäß sehr stark vom individuellen Fahrverhalten ab. Wenn man sich jedoch an die dem Antriebskonzept angemessenen „Spielregeln“ hält – das gehört beim (teil-)elektrischen Autofahren einfach dazu – ist es schon faszinierend, mit wie wenig Benzinverbrauch der mobile Alltag zu bewältigen ist. Hochgeschwindigkeitsfahrten, Überhol-Orgien und wildes Beschleunigen sollten dann – Stichwort Spielregeln – allerdings nicht zum Standardprogramm gehören. Dann, nur dann, sind die gut 50 Kilometer rein elektrische Reichweite auch wirklich zu realisieren. Der Akku lässt sich an einer 240-Volt-Ladestation mit 3,3 kWh in zweidreiviertel Stunden von null auf 100 Prozent aufladen. An einer normalen Haushaltssteckdose vergeht deutlich mehr Zeit. Wer eine Nacht drüber schläft, hat aber immer eine volle Batterie.

Die umfangreiche Serienausstattung des XCeed Plug-in Hybrid beinhaltet unter anderem LED-Scheinwerfer, Audiosystem mit 20,2-Zentimeter-Touchscreen (acht Zoll), Smartphone-Schnittstelle mit Sprachsteuerung, Klimaautomatik, Smart-Key, Rückfahrkamera, Regen-, Dämmerungs- und Parksensoren (hinten), Sitzbezüge in Stoff-Leder-Kombination (Ledernachbildung), beheizbare Vordersitze, beheizbares Lederlenkrad, Supervision-Instrumenteneinheit, elektrisch anklappbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen. Erhältlich sind – je nach Ausführung – darüber hinaus zum Beispiel Navigation mit 10,25 Zoll-Monitor, digitales Cockpit, Lederausstattung, elektrisch einstellbarer Fahrersitz, Sitzventilation vorn, elektrische Heckklappe sowie elektrisches Glasschiebedach.

Erwartungsgemäß umfangreich ist auch die Palette an Assistenzsystemen für das Crossover-Modell von Kia: Frontkollisionswarner, aktiver Spurhalteassistent, Müdigkeitswarner und Fernlichtassistent sind Standard. Hinzu kommen ausstattungsabhängig Stauassistent, adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-and-go-Funktion, intelligentes Parksystem, Spurwechselassistent, Querverkehrwarner und Verkehrszeichenerkennung für Tempolimits. Das kann sich sehen lassen. Als „Zugpferd“ taugt der Wagen zum guten Schluss auch noch: Mit der optionalen Anhängerkupplung ist der Wagen standardmäßig für eine Anhängelast von bis zu 1300 Kilogramm (ungebremst: 600 Kilogramm ) ausgelegt.