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Test Audi A 1 Sportback 35 TFSI Zweite Generation des Erfolgsmodells bietet mehr Kraft, Komfort und Kofferraum als der Vorgänger

Kleiner Verführer mit viel Sportsgeist

Archivartikel

2010 debütierte mit dem A 1 eine ganz neue Modellreihe von Audi. Zehn Jahre später ist die zweite Generation des kompakten Erfolgsmodells auf den Straßen unterwegs – schick und dynamisch.

Der A 1 ist der kleinste aller Audi-Modelle, hat sich aber seit seiner Markteinführung zu einem ganz Großen der Marke mit den vier Ringen entwickelt. Das liegt sicher daran, dass er zugleich der erschwinglichste Vertreter der Audi-Familie ist (Basismodell ab 19 950 Euro). Zweifellos ist es aber auch so, dass der kompakte Flitzer ein „attraktives Kerlchen“ ist und sowohl die Damenwelt verzückt als auch die Herren der Schöpfung anspricht.

Ganz egal, ob Männlein oder Weiblein – der A 1 ist nicht zuletzt für junge Leute wie gemacht. Schick, dynamisch, wendig, komfortabel und bezahlbar: der kleine Verführer erfüllt eigentlich alle Bedingungen, die die junge Generation an ein Auto hat, inklusive modernster Infotainment- und Fahrerassistenzsysteme auf Oberklasse-Niveau (teilweise gegen Aufpreis). Jedenfalls ist der A1 Sportback bestens vernetzt mit der digitalen Welt. Neue Ausstattungslinien schaffen zudem viel Spielraum für Individualisierung.

In der Länge ist der A1 Sportback mit 56 Millimetern etwas gewachsen und bringt es nun auf 4,03 Meter. Gleichzeitig ist die Breite mit 1,74 Meter nahezu gleich geblieben. Die Höhe beträgt in der neuen Generation nur 1,41 Meter.

Mit seiner breiten Spur und extrem kurzen Überhängen macht der Kleine ganz schön auf dicke Hose, wirkt dabei aber nicht prollig, sondern glänzt mit dynamischer Eleganz. Der breite und verhältnismäßig tief platzierte Singleframe-Grill in Kombination mit angedeuteten seitlichen Lufteinlässen verstärkt diesen Eindruck. Wer genau hinschaut und motorsporthistorisch einigermaßen beschlagen ist, entdeckt darüber hinaus auch eine Reminiszenz an den Sport quattro, die Rallye-Ikone der Marke aus dem Jahr 1984. Denn direkt unter der Kante der Motorhaube befinden sich drei flache Schlitze.

Keine Frage – die markante Front des A1, der übrigens in zehn verschiedenen Farben erhältlich ist, kann man getrost als Schokoladenseite bezeichnen. Was aber nicht heißen soll, dass es an Seiten- und Heckansicht etwas zu meckern gibt. Im Gegenteil. Dort blieb Audi ebenso seiner Designlinie treu und überließ nichts dem Zufall.

Das Augenmerk von Designern und Ingenieuren des A1 Sportback lag jedoch nicht allein auf der schicken Optik. Generation II bietet auch ein verbessertes Raumangebot – und damit mehr Komfort für alle (bis zu fünf) Insassen. Trotz der kompakten Außenabmessungen und der flachen Dachlinie müssen Erwachsene im Fond weder den Kopf einziehen noch die Beine verknoten.

Typisch Audi ist die hochwertige Gestaltung des Innenraums: sowohl was die Materialauswahl als auch die Verarbeitung angeht. Ein echtes Plus ist zudem, dass das Gepäckraumvolumen um beachtliche 65 Liter gewachsen ist: Im Normalzustand passen nun 335 Liter hinein, mit umgeklappter Fondlehne sind es sogar 1090 Liter. Und das Beladen fällt auch nicht allzu schwer, denn mit 67 Zentimetern liegt die Ladekante erfreulich niedrig.

Für den Fahrspaß im A1 Sportback sind natürlich in erster Linie seine kräftigen Motoren zuständig. Hier stehen effiziente TFSI-Aggregate mit einer Leistungsspanne von 95 bis 200 PS zur Auswahl.

Audi bietet insgesamt vier Aggregate an. Als Dreizylindermotor mit 1,0 Liter Hubraum gibt es den 25 TFSI mit 95 PS und den 30 TFSI mit 116 PS Leistung. Beim 35 TFSI (Testversion) handelt es sich um einen 150 PS starken 1,5-Liter-Vierzylinder mit dem Effizienzsystem cylinder on demand.

Der 40 TFSI – ebenfalls ein Vierzylinder – ist mit 200 PS und 320 Nm Drehmoment die stärkste Motorisierung im A1. Je nach Motorisierung steht ein manuelles Schaltgetriebe oder das Doppelkupplungsgetriebe S tronic bereit. Eine Ausnahme bilden die Vierzylinder-Varianten, bei denen die S tronic serienmäßig an Bord ist.

Die 150 PS-Version erwies sich im Test als zuverlässige „Allzweckwaffe“, denn egal, ob im dichten Stadtverkehr, auf kurvigen Landstraßen oder auf der Autobahn – der kleine Audi war bestens gewappnet und glänzte auch bei starker Belastung durch hohe Laufruhe und ein akzeptables Trinkverhalten. Zwar gelang es nicht ganz, die vom Hersteller als Normverbrauch angegebenen 5,1 Liter Superbenzin zu erreichen. Die Wahrheit liegt aber gar nicht so weit von diesem Wert entfernt. Im Test standen 6,4 Liter unter dem Strich. Mit etwas weniger „Gasfuß“ lässt sich dieser Wert aber sicher noch ein gutes Stück senken.

Wer es gerne noch etwas straffer unter dem Hintern hat, für den gibt es optional ein Sportfahrwerk. Das kostet aber genauso einen Aufpreis wie viele weitere Extras. Dazu zählt unter anderem das Fahrdynamiksystem Audi drive select (170 Euro). Mit ihm lassen sich vier Modi zur Beeinflussung der Fahrcharakteristik wählen – „auto“, „dynamic“, „efficiency“ und „individual“.

Des Weiteren stehen auf der langen Aufpreisliste unter anderem LED-Scheinwerfer und -Heckleuchten (980 Euro), MMI Navigation mit MMI touch (1495 Euro), Soundsystem (750 Euro), Einparkhilfe plus (690 Euro) oder Infotainment-Paket (990 Euro).