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Im Test Nissan hat seinen kleinen Crossover überarbeitet – ihn aber trotzdem unverkennbar gemacht / Reichlich ausgestattet

Der Juke bleibt sich treu

Archivartikel

Mannheim.Es gibt Autos, die sind einfach sympathisch. Weil sie knuffig aussehen, mit netten Technik-Gags glänzen oder Fahrspaß bieten. Der Nissan Juke ist solch ein Vertreter. Als er vor zehn Jahren zu den Händlern rollte, wurde er teilweise als pummelige Kugel mit Glupschaugen verspottet. Vielleicht trug auch gerade das zu seinem Erfolg bei – immerhin wurde der Vorgänger mehr als eine Million Mal verkauft. Nun gibt es den Nachfolger, etwas geglätteter, aber immer noch sehr authentisch.

Ein Crossover ist ein Zwitter aus allen möglichen Gattungen: SUV, Kleinwagen, Coupé. Und der Juke hat 2010 im Prinzip eine Vorreiterrolle eingenommen. Heute haben viele Hersteller so ein Mini-SUV im Programm: Fiat 500X, Skoda Kamiq, Renault Captur, VW T-Cross – die Liste ist lang. Aber einer sticht aus der Masse heraus, polarisiert: der Juke.

Im Profil sind die Parallelen zum alten Modell unübersehbar, etwa die verdeckten hinteren Türgriffe nahe des Fensterrahmens. Die Heckleuchten sind dagegen unauffälliger als zuvor. Sie teilen sich, um den anständigen Kofferraum nun mit einer um 13 Zentimeter breiteren Ladeöffnung befüllen zu können.

Ein höherer Einstieg zeichnet die Klasse aus. Beim Juke empfängt die Passagiere ein sehr hochwertig anmutendes Ambiente, wer will, kann sich in der hochwertigesten Ausstattungsvariante „N-Design“ auf Integralsitze mit einem Bose-Lautsprecher in der Kopfstütze niederlassen. Doch auch der Testwagen überzeugt mit angenehmen Sitzen. Der Blick ruht auf dem Acht-Zoll-Farbtouch-screen über der Mittelkonsole mit Apple Car Play und Android Auto. Auch Klimaautomatik, Rückfahrkamera und hintere Einparksensoren sind im getesteten N-Connecta Serie, ebenso wie die stylische Ambientebeleuchtung, die unter anderem rings um die Schaltknüppelkonsole oder in den Türen aufleuchtet. Der Kleine bietet großes Kino.

Direkte, zielgenaue Lenkung

Der Dreizylinder-Benziner ist nicht nur das einzige Aggregat im Angebot, es überzeugt auch mit einem für seinen Typus ungewöhnlich ruhigen Lauf. Das klassische anfängliche Kalt-Start-Rattern ist nach wenigen Sekunden verschwunden. Ein Liter Hubraum reichen aus, um den fast 1,2 Tonnen schweren Kleinwagen flott voran zubringen. Allerdings ist der sechste Gang extrem lange übersetzt, bei niedrigeren Drehzahlen dümpelt der Juke zäh dahin. Das heißt runterschalten – und das geht auf den Verbrauch. Am Ende waren es 7,2 Liter Benzin im Durchschnitt.

Das Fahrwerk ist gut abgestimmt, deshalb präsentiert sich der Nissan mit viel Komfort als angenehmer Begleiter auf der Autobahn. Die Lenkung ist direkt und zielgenau, was sich vor allem in der Stadt, wo auch kleine Parklücken genommen werden können, auszeichnet. Einen Allradantrieb gibt es übrigens für den Nissan Juke nicht.

Die Preise beginnen bei 18 998 Euro für die Basisversion namens „Visia“. Bereits sie ist mit LED-Scheinwerfer, Verkehrszeichenerkennung, Spurhaltesystem und Klimaanlage reichlich ausgestattet. Der Juke ist sich treu geblieben. Er fällt nicht nur auf, er überzeugt auch.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto

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