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Test Subaru Forester e-Boxer Ein erster Schritt in die Elektromobilität / Die fünfte Generation des SUV gibt es nur mit Mild Hybrid-Antriebssystem

Chromblitzend auf matschigen Waldwegen

Archivartikel

Subaru steigt in die E-Mobilität ein. Den Forester gibt es ab der neuen Generation ausschließlich mit Mild Hybrid-Antrieb. Der Charakter des Nischenfahrzeugs mit Boxer-Motor und symmetrischem Allrad bleibt erhalten.

Forester: Da hat der Tester immer noch das Bild eines hochgelegten Kombis in einer Grün-Braun-Farbkombination im Hinterkopf. Stattdessen erwartet ihn auf dem Parkplatz ein schickes SUV, zwar auch in grün, aber in Lifestyle-mäßigem Jasper Green Metallic.

Ein SUV allerdings, das nicht nur nach Geländewagen aussieht, sondern mit dem man unbesorgt ins Gelände kann. Ausgefahrene, matschige Waldwege sind sozusagen der natürliche Arbeitsplatz des Foresters, der nicht umsonst seinen Namen trägt. Und auch in der fünften Generation ein starkes Angebot für Förster und Jäger macht.

Man muss ihn einfach mal abseits des Asphalts fahren, auch wenn die getestete Ausstattungsversion „Platinum“ mit chromumrandetem Kühlergrill, Lufteinlässen und Unterbodenschutz eher für den Boulevard geeignet scheint. Der Forester macht eben auf jedem Parkett eine gute Figur: In Amerika – wohin der Großteil der jährlichen Produktion geliefert wird – als gut aussehendes SUV, in Deutschland als solider und verlässlicher Partner im Wald.

Im Zeichen der 95-Gramm-Vorgabe der EU für Neuwagen gibt es den Forester – und den kleineren XV – erstmals als Hybriden. Mit der Mild-Hybrid-Technik erreicht der Forester zwar nicht die vorgeschriebenen Grenzwerte für Schadstoffemissionen, aber immerhin ist dem japanischen Hersteller ein erster Schritt in die Elektro-Mobilität und eine Reduzierung der CO2-Emission auf 154 Gramm pro Kilometer gelungen.

Der SUV-Klassiker baut erstmals auf der Subaru-Global-Platform auf, die Steifigkeit, Sicherheit und Fahrspaß verbessert. Erhalten blieb der „Charakter“ des Forester, der sich aus der Kombination von symmetrischem Allrad-Antrieb, Boxermotor und Lineartronic zusammensetzt. Der neue Elektroantrieb fügt sich in dieses Fahrzeugkonzept ein.

Ein 12,3 kW (16,7 PS) starker Elektromotor unterstützt den optimierten Boxerbenziner, der aus zwei Litern Hubraum 150 PS und 194 Newtonmeter Drehmoment entwickelt. Während der Elektromotor platzsparend in das Gehäuse des stufenlosen Getriebes „Lineartronic“ integriert wurde – eine Technik, die von keinem Konkurrenten verwendet wird – befinden sich die übrigen Hybridkomponenten unter dem Kofferraumboden. Diese Anordnung bewahrt die typische Symmetrie des Subaru-Antriebsstrangs. Das E-Aggregat zieht seine Energie aus einer 13,5 kW großen Lithium-Ionen-Batterie, die mit rekuperierter Bremsenergie und überschüssigem Drehmoment gespeist wird.

Mit dem Elektromotor lässt sich bis zu 1,6 Kilometer rein elektrisch fahren. Das ist allerdings nicht das Hauptargument für diese Antriebstechnik. Auch nicht die dadurch erreichte Treibstoff-Reduzierung. In erster Linie geht es um die Optimierung der Durchzugsstärke und des Anfahrverhaltens.

Wie der für Subaru typische permanente Allradantrieb, der serienmäßig an das (gewöhnungsbedürftige) stufenlose Automatikgetriebe gekoppelt ist, sind die Bestandteile des elektrifizierten Antriebs symmetrisch angeordnet.

Während der Elektromotor nahe am Fahrzeugschwerpunkt platziert ist, befinden sich die Batterien und weitere Komponenten oberhalb der Hinterachse. Diese Platzierung sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt, eine fast ausgeglichene Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse und im Ergebnis für gute Fahrstabilität. Für ein hoch gebautes SUV liegt der Forester erstaunlich ruhig und sicher auf der Straße.

Der Durchschnittsverbrauch des Forester sinkt dank e-Boxer um 0,7 Liter auf 6,7 Liter je 100 Kilometer. Gegenüber dem vorherigen Modell hat sich der CO2-Ausstoß um 14 g/km reduziert.

Für Sicherheit sorgt neben dem erweiterten Eyesight-System ein breites Arsenal an Assistenzsystemen: Neben einem radargestützten Spurwechsel-, Totwinkel- und Querverkehrsassistenten fährt der Forester als erstes Subaru-Modell mit dem Fahrer- Erkennungssystem (Driver Monitoring System) vor.

Es umfasst – neben Komfortfunktionen wie einer automatischen Sitz- und Außenspiegel-Einstellung – einen Aufmerksamkeits- und einen Müdigkeitswarner. Der erweiterte Notbremsassistent kann zudem Unfälle beim Rückwärtsfahren verhindern.

Mit knapp 4,63 Metern Länge bleibt der Forester kompakt. Der Radstand hat um 29 Millimeter zugelegt und misst nun fast 2,67 Meter, was sich insbesondere in der Beinfreiheit sowohl auf den Vorder- als auch auf den Rücksitzen bemerkbar macht. Vorne bietet der Forester jetzt so viel Platz wie kein anderes Fahrzeug dieser Klasse.

Der Subaru Forester wird in vier Ausstattungslinien (Trend, Active, Comfort, und Platinum) und acht Lackierungen angeboten. Die Preise starten bei 34 990 Euro. Für den getesteten „Platinum“-Forester muss man 43 490 Euro auf den Tisch des Händlers legen. Dafür bekommt man ein Fahrzeug, das Solidität, Verlässlichkeit und Sicherheit in den Genen hat.