Arbeit und Karriere

Beruf Wer hat Anspruch auf verstellbaren Schreibtisch?

Antrag bei Versicherung

Archivartikel

Berlin.Immer nur zu sitzen, ist ungesund. Gut, wenn man zwischendurch die Position verändern kann: also einfach den Tisch hochfahren und im Stehen weiterarbeiten. Doch wer hat Anspruch auf einen höhenverstellbaren Schreibtisch?

„Arbeitnehmer haben zwar Anspruch darauf, dass ihr Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet ist. In der Praxis meint dies aber, dass sie einen Tisch und einen Stuhl erhalten, der sich an die individuelle Größe anpassen lässt“, erklärt Jürgen Markowski, Fachanwalt und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Ein Schreibtisch, bei dem man die Höhe automatisch verstellen kann, ist damit nicht gemeint. In der Regel kann man einen solchen Schreibtisch nicht fordern. „Auch wenn ein Attest belegt, dass dies gesundheitlich nötig ist, muss der Arbeitgeber so einen Tisch nicht zur Verfügung stellen und die Anschaffung zahlen“, erklärt Markowski.

Ausnahme: Der Mitarbeiter war mehr als 42 Kalendertage in den letzten zwölf Kalendermonaten wegen der Beschwerden arbeitsunfähig. Dann müssen im Rahmen eines Eingliederungsmanagements Betriebsarzt, Vorgesetzter, Betriebsrat und der Betroffene über Lösungen diskutieren. „Kommen sie zum Schluss, dass ein automatisch verstellbarer Schreibtisch eine sinnvolle Maßnahme ist, muss der Arbeitgeber den Tisch bezahlen“, sagt Markowski. In vielen Fällen können Zuschüsse der Sozialversicherungsträger helfen.

Chef kann sich kaum sperren

Auch Arbeitnehmer, die nicht längere Zeit arbeitsunfähig waren, aber unter entsprechenden gesundheitlichen Einschränkungen leiden, können bei der Deutschen Rentenversicherung einen Antrag stellen. „Darüber müssen Sie Ihren Chef nicht einmal informieren. Das können Sie einfach so probieren“, sagt der Fachanwalt. So kann man klären, ob der Versicherer die Anschaffungskosten ganz oder zum Teil übernimmt. Bestätigt der Rentenversicherer, dass der Tisch medizinisch notwendig ist, und unterstützt finanziell die Anschaffung komplett, kann sich der Chef schwer sperren. dpa