Adler Mannheim

Adler Mannheim 31-Jähriger will Seuchenjahr vergessen

Garrett Festerlings zweiter Anlauf

Archivartikel

Mannheim.Er hatte sich so viel vorgenommen - und dann das. An sein erstes DEL-Spiel im blau-weiß-roten Trikot hat Garrett Festerling nicht die besten Erinnerungen: Bei den Krefeld Pinguinen bezogen die Adler am 16. September 2016 nicht nur eine Niederlage, bei einem großen Tohuwabohu nach der Schlusssirene zog sich Festerling zu allem Überfluss noch diverse Verletzungen zu, die ihn monatelang zum Zuschauen verdammten. Und als der Deutsch-Kanadier Mitte November endlich sein Comeback geben konnte, war er immer noch nicht frei von Schmerzen, stellte sich aber in den Dienst der Mannschaft. Als er noch für die Hamburg Freezers stürmte, hatte er sich den Mittelhandknochen der linken Hand gebrochen, es wurde eine Platte eingesetzt. "Und die hat meine Bewegungsfreiheit deutlich eingeschränkt", sagt Festerling.

In diesem Sommer stellte sich der 31-Jährige nun dem Unvermeidlichen: Nach einer kleinen Operation ist er jetzt wieder ganz der Alte: "Es war natürlich hart, einige Wochen aussetzen zu müssen, damit alles gut verheilen konnte. Dieser Schritt war aber notwendig", betont der Rechtsschütze, der sich auf die Unterstützung von Adler-Physiotherapeut Michael Ludwig verlassen konnte.

Mehr Eiszeit in Unterzahl

Manager Teal Fowler hofft jedenfalls, dass Festerling in seinem zweiten Jahr in Mannheim noch wertvoller für die Mannschaft wird. "Er steht vor einem Neuanfang", erklärt Fowler, der bereits mehrfach angedeutet hat, dass Festerling Aufgaben übernehmen könnte, die zuletzt Defensivstürmer Andrew Joudrey innehatte. "Natürlich muss jeder von uns seine Rolle im Team erst noch finden", sagt Festerling. "Doch ich werde die Position, die das Trainerteam für mich vorsieht, mit Stolz ausfüllen - gerne auch in Unterzahl."

Dass er mit Jochen Hecht auf einen neuen Co-Trainer trifft, der auf den nach Klagenfurt abgewanderten Steve Walker folgt, beurteilt Festerling positiv: "Walker war auch ein toller Typ, von dem ich viel gelernt habe, doch Jochen ist mit all seiner Erfahrung eine Super-Ergänzung für den ganzen Club. Er hat in meiner zweimonatigen Verletzungspause alles getan, damit ich so schnell wie möglich wieder auf dem Eis stehe. Ich kann ihm nicht genug danken."

Festerling hat sich viel vorgenommen, in den ersten vier Spielen der Champions League sammelte er drei Scorerpunkte. "Ich will ein noch besserer Teamkamerad sein", betont er. Dass die Mannschaft nach dem Viertelfinal-Aus gegen Berlin eine zweite Chance erhält, freut ihn: "Eventuell wird es die eine oder andere Feinjustierung am System geben, aber wir haben in der vergangenen Saison eine gute Basis gelegt, auf der wir nun aufbauen können. Die Stimmung ist gut, ich kann es kaum erwarten, dass es bald richtig losgeht."

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