Beim Würth Open Air - Teesy stellte sich den Fragen der FN "Jackpot" ist der eine Song

Von 
Linda Hener
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Können Sie das? Die Zungenspitze an die oberen Vorderzähne legen, durchatmen und dann entsteht dieses schnelle "Brrrrrr", eine Art rollendes R. Sänger und Songwriter Teesy - mit richtigem Namen Toni Mudrack - kann das. Zu hören am Ende seiner Single "Jackpot", die er zusammen mit Kumpel Cro am Silvestertag 2015 im Tonstudio des gemeinsamen Labels "Chimperator" aufgenommen hat. Wir sitzen also da im Innenhof des Kunstmuseums Würth in Künzelsau zum Interviewtermin, bevor Teesy seinen Auftritt beim Würth Open Air hat und verdrehen unsere Zungen: "Das kann man üben", meint er nickend. Es scheint nicht wie das Zungerollen zu sein, das genetisch beeinflusst ist. Na, dann gebe ich die Hoffnung nicht auf, das auch noch zu lernen.

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Im Juli erscheint Teesys neues Album "wünschdirwas", von dem er erzählt. Hieraus wird er auch Lieder bei seinem Auftritt in Künzelsau performen. Die Singleauskopplung "Jackpot", die er zusammen mit Carlo (Cro) innerhalb nur eines halben Tages produziert hat - wenn's läuft, dann läuft's - ist sozusagen der Teasersong dafür. Ein Lied, das Lust machen soll, mehr hören zu wollen: "Dieses Mal haben wir diesen einen Song gefunden. Das hatten wir bei 'Glücksrezepte', meinem Debütalbum, nicht", freut er sich. "Leichtfüßig, schnell, aufregend - ja, vor allem aufregend" sei das Ganze geworden. Und insgesamt sei er sehr zufrieden mit dem Album. "Ich habe das Beste gemacht, was mir möglich war und die größten Kritiker mögen es", meint er lächelnd.

Die größten Kritiker - das ist seine Familie. Zu jedem Song gebe es eine persönliche Geschichte, meint er weiter. "Ich habe einfach nur gelebt und eben diese Erfahrungen beim Schreiben verarbeitet." Überhaupt mache er sich nicht mehr so viele Gedanken wie früher, lasse es einfach laufen. Auf die Frage, wie er seinen Musikstil beschreiben soll, will er sich nicht (mehr) festlegen. Seine Musik passt in keine Schublade: "Ich schätze die Diversität."

Tatsächlich ist es so, dass Teesys Songs recht unterschiedlich sind. Es gibt die romantischen Balladen, aber eben auch Lieder wie "Generation Maybe", die Generation Vielleicht, in der er lebt, die er so wahrnimmt. Ob der Text Kritik oder Bestandsaufnahme sei? . "Ich habe den Song bewusst nicht im Imperativ geschrieben, es sollte kein erhobener Zeigefinger sein und ich wollte niemanden angreifen. Es ist einfach das, was mir damals aufgefallen ist."

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Teesy wurde 2014 von I-Tunes zum Newcomer des Jahres gekürt, doch diesen Status will er so langsam abschütteln: "Ich mache seit zehn Jahren Musik. Die vergangenen davon in der 'Industrie'. Da wäre es an der Zeit. Wobei", schränkt er ein, "60 000 Likes bei Facebook aber eben noch nicht so viele sind, dass ich sagen kann, ich bin kein Newcomer mehr, sondern einem breiten Publikum bekannt." Zu wünschen wäre es ihm - ganz getreu seines Albumtitels. Und was die Tour im Herbst betrifft, da sollte sich Teesy keine Sorgen machen. Die Tour zu "Glücksrezepte" war innerhalb von 24 Stunden ausverkauft.