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Porträt - Stand-up-Comedian Amir Shahbazz tritt beim KulturGut-Streaming-Festival im Schatzkistl auf

Stand-up-Comedian Amir Shahbazz tritt bei KulturGut-Festival auf

Von 
Martin Vögele
Lesedauer: 
Arbeitet an einem abendfüllenden Programm: Stand-up-Comedian Amir Shahbazz. © Comedy Lovers Deutschland

„Ich glaube, was die Leute witzig finden an mir, ist die trockene Art“, entgegnet Amir Shahbazz auf die Frage, wie er sich selbst als Comedian charakterisieren würde. „Ich arbeite eigentlich sehr schlicht auf der Bühne, ohne große Mimik und Gehampel.“ Und das braucht es auch nicht. Wie humoristisch wirkungsvoll seine lakonisch-pointierte und nicht zuletzt sympathisch selbstironische Bühnenpräsenz ist, lässt sich etwa in der Aufzeichnung von Shahbazz’ „NightWash“-Auftritt aus dem Jahr 2018 nachvollziehen. Sein Chef habe keine Ahnung, dass er Comedian ist, sagt er da, er führe irgendwie ein Doppelleben: „Im Büro so vormittags der unauffällige Typ, wie Clark Kent mit der Brille“, zieht er Parallelen zum Superman-Alter-Ego. „Aber sobald Feierabend ist, zieh ich meinen Umhang an, ziehe meine Brille aus und, Bamm! ... ich seh’ gar nichts.“

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Bald eine halbe Million Zuschauerinnen und Zuschauer haben sich Shahbazz’ Auftritt bei der Comedy-Show schon angeschaut, wie die Zahl der Videoaufrufe bei YouTube verrät. Und einige dürften auch seinen Auftritt beim Mannheimer Comedy Cup in bester Erinnerung haben, den der Komiker 2016 im Newcomer-Bereich für sich entscheiden konnte. In Mannheim wird Amir Shahbazz auch Anfang Februar wieder auftreten, und zwar beim zweiten KulturGut-Streaming-Festival im Mannheimer Schatzkistl, mit dem der „Mannheimer Morgen“ junge Künstlerinnen und Künstler in Zeiten der Corona-Pandemie unterstützt.

  • Amir Shahbazz war 2016 Gewinner des Mannheimer Comedy Cups im Bereich Nachwuchs.
  • Zuletzt gewann er die Comedy Slams in Düsseldorf und Mannheim sowie den 4. Düsseldorfer Master-slam (alles 2018), 2019 siegte er beim „Amici Artium“-Wettbewerb für Kabarettisten und Comedy-Talente in Ottobrunn (Landkreis München) und 2020 beim Stuttgarter Comedy Clash.
  • Mehr Informationen unter www.amir-comedy.de.

Der Mittdreißiger, der in der Nähe von Darmstadt lebt, hat 2015 mit Stand-up-Comedy angefangen. Wobei er noch ein wenig weiter zurückblicken muss, um die Entwicklung seiner komödiantischen Laufbahn umfänglich zu schildern. Denn zuvor hatte er mit mehreren Freunden unter dem Gruppennamen „Skit Sketch“ selbstgedrehte Comedy-Parodien veröffentlicht. „Das war auch ganz erfolgreich für die damaligen Verhältnisse“, bilanziert Shahbazz. „Wir hatten schon über eine Million Clicks, was 2006 noch einiges war.“

Und noch ein gutes Stück weiter reicht der Rückweg, um bis zu den grundsätzlichen Ursprüngen seiner Unterhaltungskunst zu gelangen: „Ich denke, dass das bei den meisten Comedians - und so war’s auch bei mir - in der Schulzeit schon anfängt. Wo du merkst, dass die Jungs - in dem Fall ich - diejenigen waren, die oft die Klasse unterhalten haben.“

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  • Mit der zweiten Auflage des KulturGut-Festivals rückt die jüngere Generation in den Fokus, deren Karriere durch die Pandemie ausgebremst wurde. Anfang Februar wird im Mannheimer Musik-Kabarett-Schatzkistl zum zweiten Mal ein Streaming-Festival aufgezeichnet.
  • Die voraussichtlich 15 Teilnehmenden bekommen pro Kopf eine Garantiegage von 100 Euro. Dazu kommen Spenden unserer Leserinnen und Leser. 

„Ich glaube, das erste Mal bei ‘NightWash’ zu spielen war ein Knackpunkt“, rekapituliert er wichtige Stationen und Impulse seiner bisherigen Comedy-Karriere. „Das war schon ein bisschen so ein Türöffner.“ Ähnliches gilt für den „Quatsch Comedy Club“: Wer dort das erste Mal eine Chance bekomme, dürfe sich zunächst zehn Minuten lang im Newcomer-Spot ausprobieren. „Wenn’s gut ist, wird man wieder eingeladen.“ Amir Shahbazz muss auch hier einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben, denn er spielte an allen fünf Standorten, die der „Quatsch Comedy Club“ in Deutschland hat - in Berlin, München, Hamburg, Mönchengladbach und Stuttgart.

„Ich bin sehr wählerisch“

Die Anerkennung für die Qualitäten seiner Bühnenkunst spiegelt sich auch in einer ganzen Reihe von Preisen wider, mit denen der junge Humorist ausgezeichnet wurde: Auf den Nachwuchs-Pokal beim Mannheimer Comedy Cup folgten zuletzt etwa Siege beim Kabarettisten-Wettbewerb „Amici Artium“ in Ottobrunn und beim Stuttgarter Comedy Clash (2020).

Wenn er „wirklich jede jemals gespielte Nummer rein quetschen würde“, könnte er bereits jetzt ein abendfüllendes Programm damit bestreiten, erklärt der Comedian. Aber: „Ich bin halt sehr wählerisch. Und mit manchen ist man nicht mehr richtig zufrieden oder bringt sie nach häufigem Spielen nicht mehr mit so einer Überzeugung rüber“. Circa eine Stunde Material habe er derzeit zusammen, „Ziel ist es, jetzt auf die eineinhalb zu kommen.“

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Am Anfang habe er es als erholsam empfunden, „dass das alles so ein bisschen auf Pause gesetzt worden ist“, sagt Shahbazz über die Folgen der Corona-Pandemie für seine Bühnenlaufbahn. „Gerade wenn man noch einen normalen, fast einen Vollzeitjob hat und nebenbei noch Familie“, sei es am Ende schon sehr viel gewesen, obendrein noch Auftritte zu absolvieren. Zumindest beim ersten Lockdown war es mithin „ganz gut, dass alles ein bisschen runter gefahren worden ist“, berichtet er. „Aber irgendwann kribbelt es einen dann halt schon mal wieder. Gerade wenn man eine neue Idee hat und sagt, ich glaube, das hat Potenzial, dann will man die Nummer vor Publikum ausprobieren.“ Im vergangenen halben Jahr hatte er dann wieder regelmäßig Auftritte, jetzt ist er erfreulicherweise auch beim KulturGut-Festival dabei.

Spendenkonto: Gespendet werden kann wie im Vorjahr an den Verein KulturNetz Mannheim Rhein-Neckar mit dem Betreff „KulturGut“. Bankverbindung: Sparkasse Rhein Neckar Nord, IBAN: DE51 6705 0505 0038 9769 82.

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