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Langlauf in Osttirol

Osttirol ist ein Refugium für Wintersportler, die dem Massentourismus nichts abgewinnen können. Besonders für Skilangläufer gibt es mit 370 Kilometern bestens gespurte Loipen sowie ausgezeichnete Bedingungen.

Von 
Michael Juhran
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Die frisch gespurte Loipe funkelt in der Sonne, rundherum geben die Dolomitengipfel ein prächtiges Panorama ab und dennoch trifft man auf langen Streckenabschnitten nur vereinzelt auf gleichgesinnte Läufer. Ist man irgendwo zwischen Kartitsch und Maria Luggau unterwegs, fühlt man sich wie im siebten Langlaufhimmel. Dann und wann taucht ein liebevoll dekoriertes Holzhaus auf, ein Bach begleitet den Langläufer plätschernd auf einigen Metern und entschleunigt gleiten die Skier über die schneebedeckte Almlandschaft. Urige Gasthöfe laden zu Zwischenstopps ein.

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Dieser etwa 20 Kilometer lange Abschnitt im Osttiroler Lesachtal gehört auch zu den Lieblingsstrecken von Peter Scherer. Der Bürgermeister des kleinen Ortes Obertilliach mit seinen 700 Einwohnern ist froh darüber, dass es über Jahre gelang, Natur und Tourismus in Einklang zu halten. „Die meisten Urlaubsgäste stellen ihr Auto am ersten Tag ab und rühren es erst zur Abfahrt wieder an“, berichtet er lächelnd.

Osttirol

Anreise Am besten mit dem eigenen Auto durch den Felbertauerntunnel (Maut hin und zurück: 22 Euro). In Osttirol lassen sich mit der Hotelgästekarte alle öffentlichen Buslinien kostenfrei nutzen.

Unterkunft Der Brauereigasthof Falkenstein in Lienz serviert gutbürgerliche Küche und verfügt über äußerst freundliches Personal. Doppel- zimmer mit Frühstück 108 Euro, www.brauereiwirt.at. Das Almfamilyhotel Scherer in Obertilliach hat einen direkten Zugang zu den Skipisten, Suite für 2 Personen ab ca. 214 Euro, www.almfamilyhotel.com

Essen und Trinken Gutbürgerlich wird im Gösserbräu Lienz gekocht, www.goesserbraeu-lienz.at. Regionale Küche bietet das Restaurant Unterwöger in Obertilliach, www.hotel-unterwoeger.at/de/hotel/

Aktivitäten Übersicht über die Skigebiete: www.dolomitinordicski.com/de, Nationalparkhaus Matrei mit interaktiver Ausstellung, Eintritt frei, https://hohetauern.at/de/ In der Römerstadt Aguntum in Dölsach ist eine Sammlung antiker Funde zu sehen, Eintritt für Erwachsene 7 Euro, Kinder zahlen 4 Euro, www.aguntum.at

Allgemeine Informationen Osttirol Information, www.osttirol.com

Auch ohne immer größere Alpinanlagen und Après-Ski-Zirkus gibt es hier für Wintertouristen genug Abwechslung. Von der Skischule über eine sieben Kilometer lange Rodelbahn bis zum Biathlon-Schnupperkurs reicht das Angebot der kleinen Gemeinde. Die herzliche Gastfreundschaft und moderate Preise sorgen zusätzlich dafür, dass Obertilliach inzwischen viele Stammgäste gefunden hat. Nicht nur die fühlen sich wohl. Im großzügig angelegten Langlauf- und Biathlonzentrum vor dem Ort drehen auch Skiprofis aus Deutschland, Österreich, Slowenien, Estland, Kanada und den USA ihre Trainingsrunden. Am 4. und 5. Dezember wird hier der Austriacup und am 28. und 29. Januar 2022 der Alpencup im Biathlon ausgetragen. Die meteorologischen Verhältnisse sorgen auf rund 1500 Höhenmetern meist für reichlich Schnee, sodass man bereits im November den ersten Spitzensportlern persönlich begegnen kann.

In vielen der von über 3000 Meter hohen Gipfeln umsäumten Täler trifft man ähnliche Verhältnisse an. Das Defereggental gleich hinter dem Felbertauerntunnel ist eines der kältesten Täler Österreichs, das bis nach Ostern als schneesicher gilt. Wenn hier die Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius fallen, gibt es zuweilen den aus Kanada und den USA bekannten Champagner-Schnee.

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Eine wunderschöne Loipe führt vom Oberen See hinauf auf den 2052 Meter hohen Staller Sattel, der Osttirol mit dem italienischen Südtirol verbindet. Schneewanderer setzen vom Sattel aus ihre Touren bis ins Antholzer Tal auf italienischer Seite fort. Fantastische Loipen bieten auch das Kalsertal am nahen Großglockner und das Virgental am Großvenediger. Auf angebotenen Schneeschuhtouren lassen sich Gämsen, Steinböcke, Steinadler und, nahe dem Tauernhaus, auch Bartgeier beobachten.

Die Stadt Lienz eignet sich ausgezeichnet als Startpunkt für diejenigen, die in den unterschiedlichsten Tälern Osttirols unterwegs sein möchten. Der Obmann des Tourismusverbandes Osttirol, Franz Theurl, freut sich besonders darüber, dass immer mehr Jugendliche ihren Winterurlaub in seiner Heimat verbringen. „Der Skilanglauf ist wieder im Kommen“, stellt er mit Genugtuung fest. So mancher hatte in den vergangenen Jahren behauptet, Osttirol hätte mit seiner Naturverbundenheit den Tourismusboom verschlafen. Die Reaktionen der Besucher bestärken ihn nun darin, mit den traditionellen, dezentralen Strukturen den richtigen Weg gegangen zu sein.

Franz Theurl ist ein erfahrener Skilangläufer, nahm in den 1980er Jahren an vielen internationalen Rennen wie dem Wasalauf teil und mag es gern etwas sportlicher. Sein Tipp für echte Langlauf-Fans ist eine Tour durch das Hochpustertal von Lienz über Toblach nach Cortina d’Ampezzo. Die 85 Kilometer lange Strecke führt parallel an einer Eisenbahntrasse entlang und lässt sich so beliebig nach eigenem Gusto einteilen.

Von jedem Bahnhof kann man die Rückreise antreten. Für Weitwanderer gibt es zwischen Lesachtal und Cortina mit der sogenannten „Trans Dolomiti“ ein fünftägiges Pauschalangebot inklusive Gepäcktransport, Übernachtungen und Halbpension. Grenzüberschreitend haben sich inmitten der Dolomiten zehn Gebiete zusammengetan, die in ihrem „Dolomiti Nordicski“-Gebiet mit 1300 Kilometern gespurter Loipen über das größte zusammenhängende Langlaufgebiet Europas verfügen und ein grenzenloses Skivergnügen für Anfänger und Fortgeschrittene garantieren.

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