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Grünflächen

Floraler Hitzeschutz

Sind Straßenbäume von Blumenbeeten oder Sträuchern umringt, ist der Boden lockerer und die Wasseraufnahme leichter

Von 
dpa
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Immer öfter sieht man rings um Straßenbäume kleine Blumenbeete - das ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern schützt unter Umständen auch die Bäume vor dem Vertrocknen. © Franziska Gabbert/dpa-tmn

Berlin. Straßenbäumen geht es wie den Pflanzen im Garten: Sie leiden an trockenen Sommertagen Durst. Daher sollten wir als ihre Nachbarn Ihnen helfen: Circa acht bis zehn Eimer Wasser sollte man ihnen einmal pro Woche geben, rät der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) für ausgewachsene Bäume. Das ist ein üblicher Haushaltseimer mit 10 Liter Volumen voll. Doch die Bäume brauchen mehr Hilfe.

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Weniger Sonne, mehr Wasser

Denn das Gießwasser verdunstet an heißen Sommertagen schnell. Daher rät Afra Heil vom BUND, den Bodenbereich rund um den Stamm zu begrünen. Die Pflanzen an der sogenannten Baumscheibe halten den Boden lockerer – das fördert die Wasseraufnahme. Außerdem schützen sie den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung – und damit vor Verdunstung.

Grünflächenamt informieren

Viele Kommunen erlauben nach Kenntnisstand der BUND-Expertin Afra Heil für Stadtnatur die Bepflanzung der Baumscheiben entlang der Straßen durch Anwohnerinnen und Anwohner. In der Regel sei jedoch eine gesonderte Genehmigung notwendig, die man beim zuständigen Grünflächenamt einholen kann.

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Veröffentlicht
Von
Andreas Jungbauer
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Man sollte beim Bepflanzen darauf achten, dass die Baumwurzeln nicht verletzt werden. Daher sollte man den Boden besser nicht tiefer als zehn Zentimeter für die neuen Pflanzen auflockern. Eine zusätzliche Schicht Blumenerde sollte nicht höher als zwei Zentimeter sein, sonst kann der Stamm faulen.

Selbstversorgung kaum möglich

Die Wurzeln dieser Gehölze haben meist nicht viel Platz, denn die Straßen und Gehwege sind mit Geröll und Steinen verdichtet. Die Lebensadern können sich also von Haus aus nicht weit genug verzweigen, um sich auch bei langanhaltender Trockenheit ausreichend mit Wasser zu vorsorgen.

Nachbarschaftshilfe für Bäume

Besonders die jungen und kleinen Straßenbäume, die noch wachsen oder frisch gepflanzt wurden, brauchen Gießhilfe. Denn ihre Wurzeln sind noch dabei, sich überhaupt auszustrecken. Und manche Bäume sind sogenannte Flachwurzler, etwa der Ahorn. Es kann sein, dass er nicht an das durch die Hitze gesunkene Grundwasser herankommt – auch nicht, wenn er schon ausgewachsen ist. Die Versorgungslage ist also schlecht und zugleich verdunsten die Bäume konstant Wasser. So verliert laut Afra Heil ein ausgewachsener Laubbaum an einem heißen Sommertag etwa 400 Liter Wasser.

Tägliches Gießen schädlich

Übrigens wird geraten, nicht täglich, sondern lieber einmal wöchentlich eine große Menge zu gießen – auch das hängt mit dem Wurzelwachstum zusammen.

Sonst gelangt die Nässe und das Wasser nur an die Oberfläche des Bodens und im schlimmsten Fall werden die Bäume und Pflanzen bei regelmäßiger Versorgung mit Wasser dazu angeregt, nur flache Wurzeln zu bilden. Ziel ist es jedoch, dass die Pflanzen solche bilden, die bis in die Tiefe reichen. Erst solche Wurzeln ermöglichen länger die Selbstversorgung. dpa

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