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Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit der externen Autorin Linda Euchner.

Ein Wochenende in Nürnberg - Die Highlights abseits des Mainstreams

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© Bild 1: Adobe Stock © neirfy #222032229

Nürnberg, gelegen zu beiden Seiten der Pegnitz, ist mit über einer halben Million Einwohnern nach München die zweitgrößte Metropole Bayerns und die größte Frankens. Im Jahr 1050 erstmals urkundlich erwähnt, erlebte sie ihre Blüte ab 1219 als eigenständige Reichsstadt des Heiligen Römischen Reichs. Im Süden, Osten und Norden von Nürnberg erstreckt sich der Nürnberger Reichswald.

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Neben beeindruckenden Bauwerken aus nahezu allen Epochen der Weltgeschichte, gibt es in der Stadt zahlreiche kulturelle Einrichtungen, Sehenswürdigkeiten und Grünanlagen zu entdecken und zu besichtigen. Es bietet sich außerdem eine Vielzahl an attraktiven Übernachtungsmöglichkeiten an - gerade auch für kürzere Aufenthalte, wenn man Nürnberg beispielsweise nur an einem Wochenende besuchen möchte.

 Als beste Reisezeit gelten die Sommermonate, denn die Stadt ist zu dieser Zeit richtig lebendig, man kann überall draußen sitzen und das typische Nürnberger Flair genießen.

Wer sich allerdings nicht mit den Touristenströmen bewegen und die Metropole an der Pegnitz individuell entdecken möchte, der sollte unbedingt folgende Ziele ansteuern.

 

Ein schöner Brunnen und netter Brauch

Auf dem Hauptmarkt als dem wichtigsten Platz im Zentrum von Nürnberg befindet sich direkt gegenüber der sehenswerten Frauenkirche der sogenannte Schöne Brunnen, der seinem Namen auch alle Ehre macht. Seine Architektur erinnert weniger an einen traditionellen Brunnen, sondern viel mehr an eine gotische opulente Kirchturmspitze.

Mit diesem Bauwerk in Verbindung steht ein netter Brauch: Am Gitter des Brunnens befindet sich ein goldener Ring, dreht man diesen drei Mal, garantiert das, laut Legende, ein zufriedenes Leben. Insidertipp: Neben dem goldenen befindet sich ein schwarzer Ring, den nur die Einheimischen kennen und davon überzeugt sind, dass er der wahre Glücksbringer sei.

 

Ein idyllischer versteckter Innenhof

Der Innenhof des Pellerhauses am Egidienplatz 23 ist recht unbekannt, aber ein traumhaftes Fotomotiv. Möchte man diese idyllische Oase von oben betrachten, geht man in den zweiten Stock des Gebäudes, von wo aus man einen tollen Blick genießen kann.

 

Der einsamste grandiose Rundblick über die Stadt

Von der letzten Etage des Adlerparkhauses in der Adlerstraße 4 hat man einen Wahnsinnsblick auf die Altstadt, auf die Sebalduskirche und auf die Kaiserburg. Ideal für einen Aufenthalt, den man allerdings nur mit gültigem Parkticket genießen kann, ist die Zeit des Sonnenuntergangs über der Stadt - dann ist die Lichtstimmung wirklich genial.

 

Stadtviertel für Individualisten

Das Stadtviertel St. Johannis liegt im Westen der Altstadt Nürnbergs und wird von Touristen kaum besucht - trotz herrlicher Altbauten, nostalgischer Lokale und anderer versteckter Juwelen.

Das Herzstück des Viertels ist der mittelalterliche und denkmalgeschützte St. Johannisfriedhof inklusive der dort befindlichen Kirche. Die mit Rosenstöcken geschmückten Gräber verleihen dieser Anlage ein ganz besonderes Flair. Hier ist auch die letzte Ruhestätte von Albrecht Dürer zu finden.

Nur einen Katzensprung vom Friedhof entfernt liegen die zauberhaften Hesperidengärten, eine im Barockstil gestaltete Grünoase, die in drei Teile gegliedert ist. Ein besonderes Foto-Highlight in St. Johannis ist das pittoreske Fachwerkhaus beim Großweidenmühlsteg. In diesem Stadtviertel lassen sich auch zahlreiche schöne und idyllische Unterkünfte finden.

© Bild 2: Adobe Stock © griangraf #486254039

Eismanufaktur und Kaffeerösterei

Die Weißgerbergasse ist aufgrund des größten noch bestehenden Gebäudeensembles alter Fachwerkhäuser die berühmteste und meistfotografierte Gasse in ganz Nürnberg. Hier lohnt es sich, zwei kleine Zwischenstopps einzulegen: bei der hier ansässigen kleinen Eismanufaktur mit der Adresse Weißgerbergasse 28, die exquisite kalte Köstlichkeiten bietet, sowie bei der traditionellen Kaffeerösterei Bergbrand auf der Nr. 38.

 

Die Liebesinsel

Direkt um die Ecke von dem mit Cafés gesäumten Trödelmarkt, der sich am Rande einer der schönsten Ecken der Altstadt befindet, stößt man auf die Liebesinsel. Es handelt sich dabei um ein in die Pegnitz ragendes Festlandspitzchen mit kleiner Grünfläche, auf dem man sich auf Bänken sonnen oder im Schatten unter den Bäumen entspannen kann. Wenn man keine Angst vor Zehn-Meter-Wellen hat, kann man sogar die Füße über dem Wasser baumeln lassen. Die Liebesinsel ist ein zauberhafter Ort, den man ohne konkreten Tipp leicht übersehen könnte.

 

Nürnberger Lochgefängnisse 

Auf dem Rathausplatz 2 befindet sich der Eingang zu den Nürnberger Lochgefängnissen, in welchen man einen grausigen Einblick in die mittelalterliche Gerichtsbarkeit der Stadt erhält. In den Verliesen befinden sich neben den Gefängniszellen die Folterkammer, das Henkerstübchen für die letzte Mahlzeit der Delinquenten sowie die Schmiede zur Herstellung von gusseisernen Hand- und Fußfesseln.

Ab dem 14. Jahrhundert wurden in den winzigen Zellen von zwei Metern Länge, Breite und Höhe häufig zwei Gefangene gleichzeitig in völliger Dunkelheit eingekerkert. Die Fußböden, Decken und Wände der Verliese waren mit Holzbrettern ausgekleidet, es gab eine Pritsche, eine Bank und ein Brett als Tisch. Die Art der Folter für die Häftlinge bestimmte das Stadtgericht, das im großen Ratssaal des alten Rathauses tagte und darüber entschied.

 

Historische Felsengänge

Unter der Kaiserburg entstand über einige Jahrhunderte ein aus Sandstein geschlagenes Felsenlabyrinth, in dem sich eine Vielzahl von Bierkellern sowie Felsengängen befanden. Diese reichten über mehrere Stockwerke und stellen heute mit über 20.000 Quadratmetern das größte zusammenhängende Felsenkellerlabyrinth Süddeutschlands dar.

Im Mittelalter gab es in Nürnberg mehr als 40 Brauereien für kaum 30.000 Einwohner. Aufgrund einer Verordnung musste jeder, der Bier brauen und anschließend verkaufen wollte, einen eigenen Bierkeller besitzen. In jener Zeit entstanden die Felsengänge und sind somit historische Stadtgüter.

 

Kleingärten im Burggraben

Gartenlauben und Salatköpfe im Burggraben? Dieser Geheimtipp führt zu den Kleingärten unterhalb der Nordseite der Burg. Am besten geht man durch das Tiergärtnertor in der Stadtmauer, wo auf der anderen Seite eine alte Holztreppe hinunter in den Burggraben führt. In Richtung Osten spaziert man dann gemütlich an 13 liebevoll gepflegten Kleingärten vorbei.

Diese sind ausschließlich an Mitglieder der sogenannten Schnepperschützen vermietet. Es handelt sich dabei um einen Traditions-Sportverein. Schon im 16. Jahrhundert verteidigten die wehrpflichtigen Bürger mit leichten Armbrüsten, den Schneppern, die Stadt. Die Schießplätze dieser Männer befanden sich meist in den Burggräben, wo sich heute die Gärten der Vereinsmitglieder befinden.

© Adobe Stock © Kavalenkava #464532256



Der Bürgermeistergarten

Wie es sich für einen Geheimtipp in Nürnberg gehört, ist dieser malerische Ort nicht einfach zu finden. Der Weg führt entlang der Burgmauer über den unteren Burggarten durch den Bürgermeistergarten - der so heißt, weil er früher an den Bürgermeister der Stadt vermietet war. Im Gegensatz zu anderen prunkvollen Gärten wirkt diese kleine grüne Oase märchenhaft idyllisch und beinahe verwunschen.

Steintore, Figuren und Treppen säumen den verwinkelten Pfad, und von einer Galerie aus kann man einen wunderbaren Blick auf das Albrecht-Dürer-Haus und den Tiergärtnertorplatz genießen. Am Ende des Rundgangs findet sich gegenüber dem Ausgang ein kleines Tor, das den Besucher in den Heilpflanzengarten führt. Übrigens ist der Bürgermeistergarten der einzige Ort, an dem die Burgmauer auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

 

Foodtrucks

Davon, dass es in der Frankenmetropole zahlreiche großartige Lokale gibt, die vor allem auch traditionellen Küche bieten und regionale Spezialitäten servieren, kann man sich direkt vor Ort selbst überzeugen.

Doch kaum jemand weiß, dass Nürnberg die heimliche Hauptstadt der Foodtruck-Bewegung in Deutschland ist. An den liebevoll hergerichteten mobilen Imbissständen findet man nicht nur grundsätzlich eine lockere, fröhliche Stimmung vor und kommt hervorragend mit Einheimischen ins Gespräch, man erhält auch noch fabelhaftes Essen.

Dank der Vielzahl an Foodtrucks kommt auf diese Weise auch Abwechslung in die kulinarische Versorgung im Rahmen des Städtetripps: Hier gibt es von Burritos, über Döner bis hin zum traditionellen Schäuferla. Eben alles, was das Herz des hungrigen Städtereisenden begehrt.

Auch wenn man keine Massen-Hotspots ansteuern möchte, sollte man dennoch die Kaiserburg als Wahrzeichen von Nürnberg, den Weinstadel samt Henkersteg, das Szeneviertel Gostenhof (GoHo) mit seinen vielen Vintage-Geschäften, Cafés, Kneipen und Imbissen sowie eine Lebkuchenbäckerei, um waschechte Nürnberger Lebkuchen zu probieren, besuchen.

 

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