Das Porträt - Die Mannheimer Musikerin Lora hat ihre Debütsingle „Karma“ veröffentlicht und hofft nun auf eine Karriere als Popsängerin Sängerin Lora hofft auf die große Karriere

Von 
Tanja Capuana-Parisi
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„Am besten kann ich schreiben, wenn es mir schlecht geht“: Das sagt die 20-jährige Lora über die Entstehung ihrer Songs. © Tanja und Patrick Hammel GbR

Mannheim. Eine junge Frau im Abendkleid schreitet die Treppen eines Luxushotels hinab. Sie genießt die Aussicht von ihrem Fenster auf den Wasserturm, gönnt sich ein Glas Champagner. Dann wechselt die Perspektive und ein junger Mann kämpft mit einer Pechsträhne. Diese Szenen stammen aus dem Video zu „Karma“. Die Debütsingle von Lora ist Anfang Januar auf sämtlichen Streamingportalen erschienen. Dahinter steckt die Mannheimer Sängerin und Songwriterin Laura Kraft. Mit der eingängigen Deutschpop-Nummer rechnet sie mit einem untreuen Partner ab - der Clip zeigt mit Augenzwinkern, was passiert, wenn Karma für Gerechtigkeit sorgt.

Von Mannheim nach Berlin – des Studiums wegen

Laura Kraft wurde am 8. Februar 2000 in Mannheim-Neckarau geboren. Sie wuchs in Mannheim-Feudenheim auf.

Als 16-Jährige wird Laura Kraft Sängerin der Coverband Audiofeel. Im Herbst 2019 beginnt sie ein Bachelor-Studium im Fach Gesang an der englischen Musikuniversität BiMM Institute in Berlin.

Anfang Januar 2021 veröffentlicht sie unter ihrem Künstlernamen Lora ihre Debütsingle „Karma“ bei Streamingdiensten. Das dazugehörige Video ist auf YouTube zu sehen.

In den nächsten Wochen erscheinen weitere Lieder von ihr, ihre erste EP soll im Frühling erhältlich sein.

Infos auf der Homepage der Sängerin: www.lora-music.com

Wunschtraum erfüllt

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„Es war von klein auf mein Traum Sängerin zu werden“, sagt die 20-Jährige, die seit Herbst 2019 Gesang am BIMM Institute in Berlin studiert. Musik hat in Krafts Leben schon immer eine große Rolle gespielt. Bereits als Fünfjährige sang sie im Kinderkirchenchor, sie hatte Gitarren- und Klavierunterricht. Mit 13 Jahren ist sie Sängerin der Kerweband in Feudenheim. Sie nimmt Gesangsunterricht bei Barbara Boll. Über sie entsteht der Kontakt zu ihrer ersten Band Audiofeel bei der sie bis zu ihrem Abitur singt.

Im März zieht Kraft vorübergehend zurück in die Heimat: Seit Beginn der der Corona-Krise finden ihre Vorlesungen online statt. Plötzlich hat sie viel Zeit für sich. Die Sängerin nutzt den Lockdown, um eigene Texte zu schreiben, Musik zu komponieren und mit einem Produzenten in den Käfertaler Buzzer Studios aufzunehmen. Zudem hat sie einen Plattenvertrag. Als Solistin findet sie ihren bürgerlichen Namen zu langweilig. „Mein Produzent hat mich irgendwann mal mit Lora angeschrieben. Irgendwie fand ich das cool.“

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Zum Texten inspirieren sie ihre eigenen Erlebnisse und Gefühle. „Am besten kann ich schreiben, wenn es mir schlecht geht. Weil es dann aus mir herausfließt.“ Aus diesem Grund seien ihre Lieder sehr authentisch. „Ich bin sehr aufgeregt, da ich noch nie so etwas Persönliches in die Öffentlichkeit getragen habe“, sagt Kraft. „Ich finde es aber auch toll, dass sich viele Leute in meinem Alter in meiner Musik wiedererkennen.“ Als 16-Jährige schrieb Kraft noch auf Englisch, inzwischen verfasst sie ihre Texte in ihrer Muttersprache. „Auf Deutsch kann ich mich besser ausdrücken.“

Warum sie sich für ein Studium an der BiMM entschied, liegt unter anderem an ihrem Wunsch, mal aus der Heimat herauszukommen, in eine eigene Wohnung zu ziehen und selbstständig zu sein. Als sie von dem Institut, an dem alle Vorlesungen in englischer Sprache gehalten werden, erfuhr, informierte sie sich. „Dann stand für mich direkt fest: Ich will da hin. Dann kam nichts anderes mehr in Frage“, erzählt Kraft und lacht. Noch dazu sei sie ein großer Berlin-Fan. „Weil es so eine kreative bunte Stadt ist.“

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Kraft schätzt die Vielseitigkeit ihres Studiengangs. Keinesfalls werde nur gesungen, sondern auch viel praktisches Wissen vermittelt. „Es ist viel mehr Business als Musik an sich“, erzählt Kraft. So gehören etwa Vorlesungen über die juristische Seite des Musikgeschäfts wie Verträge, Marketing, aber auch Produktion zum Lernstoff. Eine wichtige Rolle spielt Musiktheorie. Im Praxisteil befasst sich die Studentin mit der Anatomie der Stimmorgane, Atemtechniken und wie sie Töne produziert. Gut gefällt ihr, dass sie von Gleichgesinnten umgeben ist und dort wichtige Kontakte knüpfen kann. Mit ihrem Bachelor, den sie 2023 in der Tasche haben wird, kann sie beruflich vieles anfangen. Etwa einer Tätigkeit bei einem Musikmagazin, Radio oder Plattenlabel.

Geheimnisvoller Duo-Partner

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Bald wird sie wieder nach Berlin zurückkehren, nicht zuletzt, um neue Songs zu schreiben. „In den nächsten Wochen kommen nach und nach weitere Songs heraus und dann quasi meine erste EP im Frühling“, sagt die Künstlerin. Lora wird darauf auch rappen und präsentiert zudem ein Duett. Wer Ihr Gesangspartner sein wird, bleibt noch ihr Geheimnis. Verraten werden darf, dass der Partysong „Tagelang“ ein Stück über Freundschaft ist. Gedreht wurde in der Quadratestadt. „Ich bin stolz, aus Mannheim zu sein.“ Wohin es Kraft nach dem Studium verschlägt, weiß sie nicht. „Ich mache es davon abhängig, was jetzt passiert.“ Wann sie auf der Bühne stehen wird, steht wegen Corona auch in den Sternen. „Ich freue mich aber auf jeden Fall sehr, wenn man wieder auftreten kann“, sagt sie. „Es fehlt mir unfassbar, live vor Publikum zu singen.“

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