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Ausstellung - Cartoons von Oli Hilbring zu sehen

Große Nasen im weiten Kosmos

Von 
Thomas Hess
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„Schön doof“ heißt der Titel der aktuellen Ausstellung im Engelsaal des Kunstvereins, und die Bezeichnung passt auch auf einen guten Teil der rund 200 Cartoons, die ihr Schöpfer Oli Hilbring (geboren 1968) in Gruppen geordnet hier präsentiert.

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Der viel beschäftigte, sehr produktive Grafiker und Cartoonist hat sich seit 1992 durch regelmäßige Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften und nicht zuletzt auch im Netz einen Namen gemacht und zählt in seinem Fach offensichtlich zur Gruppe der Minimalisten, die mit einem Minimum an Aufwand in Wort und Bild ein Maximum an Wirkung zu erzielen vermögen. Mit sparsamem, hart konturiertem Strich, ein wenig koloriertem Hintergrund und so wenig Text wie möglich schafft er seinen eigenen Kosmos, in dem die schablonierten Figuren mit überdimensionierten Hakennasen zu seinem optischen Markenzeichen geworden sind.

Und die Themen bilden gewissermaßen einen repräsentativen Querschnitt durch unser aller way of life, angefangen mit Corona über die sozialen Medien und alle neuen Kommunikationsformen, die zunehmend die zwischenmenschlichen Kontakte ersetzen, bis hin zu den neuesten Ausprägungen des Geschlechterkrieges.

Der Friedhof als „Archiv“

Aber natürlich kommen auch die zeitlosen Cartoon-Themen zu ihrem Recht, einschließlich der makabren: Der personifizierte Tod tritt mit Sense, Kutte und ohne Gesicht auf und begeht gerade sein „Archiv“, womit er den Friedhof meint oder eine etwas füllige Dame fürchtet sich auf einmal vor dem anstehenden Bungee-Sprung: „Stop – ich hab über mein Gewicht gelogen!“ Manchmal begnügt er sich mit kalauernden Wortspielen, manche Pointen wirken auch etwas gewaltsam, dafür kommt er in anderen Arbeiten – es sind nicht die schlechtesten – ganz ohne Text aus, wenn er etwa einen Busfahrer zeigt, der gerade einen Passanten mit einem Smartphone angefahren hat, führt eine Strichliste, in dem er die Handy-Marken verzeichnet, die für die Aufmerksamkeitsdefizite seiner Opfer verantwortlich sind. Zum Lachen, zumindest zum Grinsen oder Schmunzeln sind seine Einfälle allemal.

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